|
(02.03.10/lp) Saint
Lu ist zwar bei "Starmania" nicht ins Finale gekommen,
sie hat ihren Weg jedoch trotzdem gemacht. Wir haben mit ihr
gesprochen.
Sie ist ein Wirbelwind, macht rockige Musik und hat Ende 2009 ihr
Debüt-Album "Saint Lu" herausgegeben. Anfangs
März war sie in der Schweiz auf Promo-Tour und stand in
Luzern für einen Gig auf der Bühne. Wir haben sie in
Zürich getroffen.
Man nennt dich die "Alpen-Anastacia"...
(lacht) Ja, ja... Ich finds ein bisschen seltsam. Meine Musik ist
Rock und hat mit der Musik von Anastacia gar nichts zu tun...
Aber du musst zugeben, deine Stimme klingt nun mal wie
Anastacia...
Mag sein. Aber weisst du was mich etwas daran stört? Wenn
jemand diesen Ausdruck "Alpen-Anastacia" hört, dann
denkt diese Person, ich würde Songs wie Anastacia machen. Und
ich mache ja ganz einen anderen Sound.
Was hat dir "Starmania" gebracht?
Dass ich herausgefunden habe, was ich NICHT will. Mich in ein
Casting-Song-Repertoire-was-auch-immer reinzuquetschen, das ist
nicht mein Ding. Aber ich hatte eine gute Zeit und ich habe viel
Erfahrungen sammeln können.
Apropos "reinquetschen": Du warst eine zeitlang
in New York und ich habe gehört, dass du in einer speziellen
WG gelebt hast...
Das war so eine Loft und da war so etwas wie ein Raum im Raum -
und ich hatte meine Matratze auf dem Dach davon. Du kannst dir das
so vorstellen, dass ich in auf dem Bett liegen konnte, aber nicht
richtig aufstehen konnte, weil darüber die andere Decke war.
Aber es war günstig!
Beim Song "Rockstar Car" geht es ja darum, dass ein Girl
das Auto von einem Mann zerkratzt. Warst das du?
Neeeein....
Hast du den einem Mann mal was "Böses" angetan?
(überlegt lange).... Ich hab mal ein Hemd angezündet und
aus dem Fenster geworfen, aber durch den Flug wurde die Flamme
gelöscht und daraus ergab sich dann nur ein Brandloch. Das
Ding ist also nicht abgefackelt, wie ich es gern gehabt hätte
(lacht). Da hat er Glück gehabt.
Wie hast du es bloss geschafft, in den legendären Abbey
Road Studios aufnehmen zu dürfen?
Der Gitarrist Peter Weihe, mit dem ich auch Songs schreibe, der
hat da schon aufgenommen und er kannte da einen Arrangeur, so...
Und der Peter hat ihm die Ballade "Here I Stand"
vorgespielt und schon waren die Türen offen für uns. Ich
habe gemerkt, je erfolgreicher die Leute sind, umso mehr
interessieren sich wirklich für die Musik. Die lassen sich
weniger vom Geld locken, weil sie ja eh genug haben, und die sind
da sehr offen - sie nehmen einem sehr ernst. Es war eine sehr
angenehme Zusammenarbeit. Tja und es war auch cool, so... Neben
uns hat zum Beispiel Andrew Lloyd Weber aufgenommen... Irgendwie
crazy. Und an den Wänden waren unzählige Bilder -
ich glaub da hat schon jeder aufgenommen, der dick im
Geschäft ist...
Dort wurden die Streicher für die Ballade aufgenommen...
Ja. Ich muss zu meiner Schande gestehen: Es war das erste Mal,
dass ich ein Streicherorchester habe live spielen hören...
und dann spielen sie gleich MEINEN Song... OH MY GOD! Wirklich,
das war sehr beeindruckend für mich.
Welchen Song wolltest du schon immer mal covern.
Also... An meinen Konzerte spiele wir jetzt, ganz frisch,
"With A Little Help From My Friends" von Joe Cocker.
Nicht die Beatles-Version, sondern die Woodstock-Version von Joe
Cocker. Am Anfang dachte ich: "Oh Gott, kann ich das wirklich
machen?" - Ich finde das immer schwierig wenn man so einen
grossen Song covert, den jeder kennt.. Aber wir haben das
ausprobiert und es klingt voll geil!
Um mit wem wolltest du schon immer mal ein Duett machen?
Da gibt es viele, viele Möglichkeiten. Ich habe schon
öfters darüber nachgedacht, weil ich das immer wieder
gefragt werde. Das Wichtigste ist für mich, dass diese Person
cool ist. Mit wäre es schon recht, wenn wir zusammen einen
passenden Song dazu schreiben würden. Wenn ich mit der Person
arbeiten würde, dann müsste es emotionell stimmen. Es
muss einfach passen. Es wäre schon cool, wenn ich mit einer
grossen Rock-Grösse was machen könnte. Also, jetzt wo
ich gerade in der Schweiz bin, ich könnte ja schnell mal Tina
Turner fragen (lacht)! Fahren wir mal vorbei? Anyway: Es
müsste jemand sein, von den man selber Fan ist...
Wie beurteilst du die momentane, eher schwierige Situation in der
die Musikindustrie steckt?
Sagen wir es so: Sie haben sich in den 80ern und 90ern total auf
ihren Lorbeeren ausgeruht und sind nicht früh genug
bei den neuen Medien eingestiegen. Sie haben sich nicht
informiert, was man da machen kann und das müssen sie nun
nachholen. Ich versuche da nicht zu verkorkt ranzugehen, weil...
Ich mache meine Musik und wenn es jemand gefällt dann gut.
Der Künstler soll zu sich stehen und sein Ding durchziehen.
Wenn man sich dazu fest auf die wirtschaftliche Seite
abstützt, dann merkt das Publikum dann mal, dass das
nicht echt ist...
Dann wird es von dir kein Cover-Album geben, so, ein Album mit
alten Jazz-Songs, zum Beispiel?
Sag niemals nie! Ich bin immer offen für neue Ideen und so...
Aber momentan flasht mich das, was ich gerade mache, und wenn sich
das nicht ändert, dann bleibt das so wie es ist.
|