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KAPAZITÄTSENGPÄSSE
Schon bald reichte die Kapazität nicht mehr aus um alle
Briefe der BRAVO-LeserInnen zu beantworten, und so hiess es
ab 1976 "Dr. Jochen Sommer und sein Team". Sechs Jahre
später stand die nächste grosse Veränderung ins
Haus: "Dr. Sommer" verlässt nach dreizehn Jahren
Beratungsarbeit die Zeitschrift. Sein Name wurde längst zum
Sinnbild für Aufklärung und seriöse Jugendarbeit,
weshalb der Name nur gering zum heute noch bestehenden
"Dr.-Sommer-Team" geändert wurde. Seit dem 1. Juli
2003 stehen die sechs erfahrenen Berater und Beraterinnen (4 bei
BRAVO, 2 bei BRAVO.de) - alle Spezialisten aus pädagogischen,
psychologischen und sexualtherapeutischen Fachrichtungen - unter
der Leitung der Schweizer Pädagogin Eveline von Arx.
SERIÖS, OFFEN, INDIVIDUELL
"Ich habe an der Uni in Zürich promoviert und wurde
durch eine Kollegin und wissenschaftliche Mitarbeiterin darauf
aufmerksam gemacht, dass BRAVO offenbar eine Leitung
für das "Dr.-Sommer-Team" sucht." führt
Eveline von Arx aus. "So habe ich mich für die Stelle
beworben, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und
erhielt dann positiven Bescheid, dass ich die Stelle per 1. Juli
2003 antreten kann." Auf die Frage, wie das Internet die
Arbeit des "Dr.-Sommer-Teams" beeinflusst hat, meinte
von Arx gegenüber gay.ch: "Jugendliche haben heute
allgemein mehr Informationsquellen, doch wenn es um individuelle
und persönliche Probleme geht, dann wenden sie sich immer
noch ans "Dr.-Sommer-Team" bei BRAVO; per Brief oder
indem sie in die Telefonsprechstunde anrufen." Besonderen
Wert setzt das "Dr.-Sommer-Team" nach wie vor auf
Offenheit und Seriosität. "Das
"Dr.-Sommer-Team" nennt die Dinge beim Namen und unsere
Veröffentlichungen repräsentieren die Anfragen der
Leser. Natürlich in gekürzter und anonymisierter
Form."
BESTÄRKEN, MUT MACHEN
Homosexualität ist natürlich auch beim
"Dr.-Sommer-Team" ein ständiges Thema. "Es
geht meistens um die Frage: Bin ich schwul/lesbisch? Oder auch
darum, wie sie ihren Eltern sagen sollen, dass sie homosexuell
sind. Viele wollen auch wissen, wie sie andere homosexuelle
Jugendliche kennen lernen können." erklärt Eveline
von Arx uns gegenüber. Während "heterosexuelle
Mädchen" generell neugieriger und
"schreibfreudiger" sind, erhält die Redaktion bei
den Homosexuellen jedoch mehr Anfragen von jungen Schwulen als von
Lesben: "Wir bekommen in der Tat mehr Anfragen von Jungen.
Bei Mädchen ist es allgemein üblicher, körperliche
Nähe untereinander zuzulassen und zu zeigen." Und
fügt an: "Gleichgeschlechtliche Liebe ist heute sicher
akzeptierter als in den Anfangszeiten von Doktor Sommer. Es ist
ganz wichtig, Jugendliche darin zu bestärken, dass sie okay
sind und so fühlen dürfen, wie sie fühlen - egal,
ob sie schwul, lesbisch, bi- oder heterosexuell sind.
Bezüglich Coming-Out (v.a. gegenüber den Eltern) weisen
wir Jugendliche darauf hin, sich vorher an eine andere Person zu
wenden, der sie wirklich vertrauen. Auch schwul-lesbische
Jugendgruppen sind sinnvoll, denn da können sich homosexuelle
Jugendliche über ihre Erfahrungen austauschen."
Wer nun allerdings denkt, das "Dr.-Sommer-Team" habe
längst gegen das Internet verloren, der hat sich
getäuscht. Noch immer bekommt die BRAVO-Redaktion
mehrere hundert Anfragen pro Woche und steht auf Platz drei in
Sachen Aufklärung für Jugendliche. So dürfen wir
uns also auch weiterhin über Probleme, wie "Wie geht
Küssen?" oder "Mein Penis ist krumm", freuen.
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