BÖRNI
interview in zürich

people image(07.11.11/lp) Das zweite Album von Börni ist da. Wir haben uns mit der Sängerin getroffen, die auch schon mal ein Mädchen geküsst hat…

Zum Titel „Plan B“…

Heisst im Fall nicht B wegen Bi, gell! Hat jemand schon mal falsch interpretiert. B steht natürlich für Börni.

Du könntest doch zum Beispiel mal „I kissed a Girl“ auf Schweizerdeutsch singen…

(lacht) Ja, das wäre wirklich was, das wäre dann die gay.ch-Version.

Hast du wieder bei den Songs mitschreiben können?

Ja, bei 8 Songs hab ich mitgeschrieben, aber dieses Mal sind zwei Songs von Linda Perry dabei – die Single „Too Much“ und „The Ladder“ – dazu kommen noch 3 Lieder, die wir von einem Track-Pool genommen haben.

Liest du die Kritiken von Lesern, wie z.B. auf CeDe.ch oder Hitparade.ch?

Ich habe auch schon reingeschaut, ich gebe es zu, aber ich musste mir das abgewöhnen. Ich glaube viele Leute schreiben anonym Sachen, die sie mir wohl nicht direkt ins Gesicht sagen würden. Na ja, da wird gutes aber auch fieses geschrieben…

Im Vergleich zum ersten Album, was ist am Zweiten anders?

Ich bin reifer geworden, ich habe mir mehr Zeit genommen – insgesamt zweieinhalb Jahre: Wir hatten einen Teil bereits schon letztes Jahr aufgenommen… Und mir gefällt meine Stimme besser auf dem zweiten Album.

Und wer ist die Melanie, die du besingst… Eine Abrechnung?

Ja, die hat mir meinen Mann geklaut. Aber wie es ausgegangen ist, das erzähl ich nicht…

Und bei wem geht es bei „Itzy Bitzy Rich Kid“?

Es geht um all die netten „Papisöhnlis", die extra zeigen, dass sie „Papisöhnli“ sind und mit Geld um sich schmeissen. Ich sag dann „Danke für den Drink, Bitch, Next!“

Ich hab irgendwo gelesen, dass du gesagt hast, dass du erwachsener geworden bist…

Ja, es gab eine Zeit lang, da benahm ich mich wie ein pubertierendes Mädchen und wollte nicht das machen, was die Leute quasi von mir erwarteten. Zum Beispiel das Cover vom letzten Album, da hatte ich kein „Käppli“ an, obwohl ich sonst immer mit einem herumgelaufen bin. Inzwischen bin ich davon weg gekommen – ich hatte ja rund zwei Jahre mich zu besinnen.

War es nicht komisch für dich, dass es öffentlich wurde, dass du mit der Musik nur 6 Franken pro Monat verdienst?

Gut, das war die Abrechnung vom letzten halben Jahr. Wenn ein Album frisch auf den Markt kommt, dann verdient man schon mehr, aber insgesamt kann man davon nicht leben. Für mich ist es aber ganz OK, dass man das erfährt. Man weiss ja, dass die Schweizer Musikbranche keine Goldgrube ist. Ich muss schon lachen, wenn ich im Ausgang bin und jemand auf mich zu kommt und sagt: „Hey du bist doch Sängerin, du bist doch reich, kommt zahl mir einen Drink“… Na ja, es ist ein hartes Pflaster und ich mache Musik aus Freude.

Wie lässt sich das denn mit deinem Arbeitgeber vereinbaren? Musst du in den Spitzenzeiten unbezahlte Ferien nehmen?

Ich sammle meine Ferien und Überstunden, die kommen dann zum Einsatz. Ich habe seit Jahren den gleichen Arbeitgeber und ich bin darüber sehr froh, wie sie mit dem ganzen umgehen. Aber ich gebe ja auch jeweils den vollen Einsatz dort.

Welcher Song ist auf der CD das persönlichste?

„Never Let You Go“: Da geht es um einen Freund von mir, der gestorben ist. Das ist für mich ein sehr persönlicher Song, mit welchem ich die Sache verarbeite.

Was macht die Liebe bei dir?

Die Liebe… Ich rede nicht in der Öffentlichkeit darüber, sonst driften die Gespräche plötzlich in eine andere Richtung und ich möchte lieber, dass es um die Musik geht. Es wird von mir auch kein Bild in der Badewanne mit Rosenblättern geben…

Dann sagst du zum Beispiel auch nicht, wo du wohnst?

Doch, ich wohne in Emmenbrücke in einer WG. Das geht schon… Ich will einfach nicht über persönliches diskutieren – ich gebe in meinen Songs ja bereits viel Persönliches preis.

Spielst du deinen WG-Freunden deine Songs vor, bevor sie herauskommen?

Ja! Man nimmt ja immer fast doppelt so viele Tracks auf, als die, die dann auf das Album kommen und so kann ich davor schon mal checken, wie, welcher Song ankommt und in welcher Version und so…

Wenn du jetzt mit den neuen Songs auf der Bühne stehst, hast du nicht Angst, du könntest plötzlich die Texte vergessen?

Nein, wir haben bereits viele Bandproben gehabt und ich hab die Songs schon sehr oft am Stück gehört.

Hast du auch ein paar verrückte Fans?

Ja, ich bekomme immer so viele Geschenke. Jemand hat mir mal einen langen Brief geschrieben… EWIG lang: Den könntest du von einer Wand zur anderen ausrollen. Und jemand hat mir mal eine Wanduhr gebastelt. Oder ich hab mal einen Kuchen mit meinem Namen drauf geschrieben bekommen und dann natürlich unendlich viele Stofftiere.

Hat es schon Sachen gegeben, die die Presse geschrieben haben, die aber nicht wahr waren?

Nicht wirklich. Eher aus dem Kontext gerissen. Zum Beispiel „Ich kann mein Album nicht mehr hören“, hab ich sicher nicht am Tag gesagt, wo meine CD herausgekommen ist. Da hab ich gesagt, dass es Zeiten gibt, wo ich meine Songs nicht mehr hören mag und andere wo ich sie gerne wieder höre.

Und zurück zu „I kissed The Girl“: Hast du schon mal ein Mädchen geküsst.

Ja…

Und darf ich das auch schreiben?

(überlegt): Ja.
 

 
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BÖRNI: PLAN B

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