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gay.ch: Das letzte Album "Melancholisch schön"
war ein bisschen im Bossa Nova Style. Bleibt diese musikalische
Reise einmalig?
Tommi: Ja.
gay.ch: Habt ihr etwas von dieser Erfahrung aufs neue Album
einfliessen lassen?
Tommi: Es gibt zwei Stücke auf dem neuen Album, die
einen etwas jazzigen Touch haben. Die hätten wir sicherlich
nicht so gemacht, wenn wir "Melancholisch schön"
nicht verwirklicht hätten.
gay.ch: Das neue Album klingt recht happy...
Tommi: Wir wollten ein Kontrast zum letzen Album schaffen,
das eher ruhiger und melancholischer war. Die neue Scheibe sollte
energievoller und wieder mehr positiver klingen. Wir haben das erste
Mal eine richtige Pause, seit unserer Tour im 2005 gemacht. Wir
brauchten diese Zeit um wieder Energie aufzuladen. Wir hatten immer
so viel um die Ohren, dass wir manchmal bis zu 7 Tagen die Woche
gearbeitet haben.
gay.ch: Ihr seit bald wieder auf Tournee. Was wird dieses Mal
anders?
Tommi: Wir haben eine neue Band zusammengestellt. Da kommen
ganz neue Impulse rein und die Lieder klingen dementsprechend
anders. Es ist nicht so, dass man uns sieht und dann das gleiche
hört wie vor zwei Jahren, mit ein paar neuen Songs dazu. Es ist
auch für uns spannend, es immer wieder anders zu machen.
gay.ch: Gibt es ein Song auf dem neuen Album, das sich mit
"Sexy Girl" vergleichen lässt
Tommi: "Nimm Sie". Der Track hat auch was
erotisches. Es geht nicht nur darum, die Frau zu erobern sondern
auch umgekehrt. Sexualität ist ja nichts Einseitiges. In der
dritten Strophe gibt es aber dann auch eine Progression, im Sinne
von: erobere die Welt und lass dich von ihr erobern.
gay.ch: Habt ihr die Songs alleine geschrieben?
Tommi: Wir haben auch mit Freunden zusammen gearbeitet. Zum
Beispiel Ulf und Peter von Rosenstolz. Wir haben sie in Barcelona
besucht und da haben wir die Lieder auf dem Dach vom Hotel
geschrieben.
gay.ch: Ist es das erste Mal, dass ihr ein Song im Ausland schreibt?
Tommi: Nein. Beim Album "in wirklich" hatten wir
vor, jedes Stück an einem anderen Ort zu schreiben. Wir haben
dann ein Song in Holland und ein anderes in Frankreich geschrieben,
aber.... es kam dann immer wieder was dazwischen und wir haben das
Konzept fallen lassen.
gay.ch: Habt ihr auch schon Songs geschrieben, während der
Zeit, als ihr on Tour waren?
Tommi: Wir haben das auch schon gemacht, aber wir haben das
sein lassen. Wir konzentrieren uns lieber auf das Konzert und geben
da 100-prozentig und können und danach entspannen und für
das nächste Konzert wieder Energie tanken.
gay.ch: Wie steht es mit eigenständige Projekte, wo Inga und du
getrennt etwas machen?
Tommi: Das haben zu Anfangszeiten eher früher gemacht.
Da habe ich zum Beispiel viel Studioarbeiten wie Remixes gemacht.
Aber das wurde dann auch zu viel und dadurch wuchs die Gefahr, dass
der Zeitplan einer 2raumwohnung-CD nicht eingehalten werden
könnte. Darum haben wir uns entschieden, unsere Projekte
pragmatischer anzugehen.
gay.ch: Man stellt sich ja oft vor, wie Stars zwischendurch ein
bisschen faulenzen können und so...
Tommi: Wir haben immer viel zu tun, haben auch unsere eigene
Plattenfirmen, gestalten immer gerne alles mit. Sagen wir das Cover.
Das ist nicht einfach mal da und wir nehmen es. Das Cover wird zum
Beispiel hier in der Schweiz gemacht. Da telefonieren wir viel,
versenden Emails und besprechen das Layout und so. Das könnte
man auch einfach jemand anders machen lassen, aber wir uns
interessieren uns mal dafür. Wir gestalten überall gerne
mit, zum Beispiel auf die Pressetexte. Das macht viel Spass, aber es
gibt auch viel Arbeit.
gay.ch: Wie steht es mit Singen auf Englisch.
Tommi: Ein paar Songs haben wir auch schon auf Englisch
aufgenommen, aber eher so am Rande. Lustig ist, dass sie vor allem
in Russland in den Radios gespielt wurden. Und da hören einige
Millionen mit...
gay.ch: Wo, ausser dem deutschsprachigen Raum, verkauft ihr CDs?
Tommi: Die einzigen Länder, wo wir ausser dem
deutsprachigen Raum so richtige CD-Veröffentlichungen hatten,
das waren Polen und Russland. Wobei wir auch viel Resonanz aus
Spanien, aus der Türkei und aus Südamerika. Wir haben
schon mal im google nachgeschaut, aus welchen Gebieten der Begriff
2raumwohnung gesucht wird und da ist Russland recht weit vorne. Das
ist noch recht interessant. Und bei Konzerten, wo man geben hat, zum
Beispiel Japan und der Türkei, hat man das vor Ort
natürlich gemerkt.
gay.ch: Da werden die Leute aber auch so ihre Mühe haben, euren
Badnamen auszusprechen...
Tommi (grinst): Ja, das merkt man dann auch. Der Name ist
nicht gerade ein Klever Marktorientierter Name. Der Name
2raumwohnung entstand ja schliesslich ganz spontan.
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