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DEUTSCHLAND: Das Dilemma des Herrn Westerwelle
family image(13.08.10/dom) Guido Westerwelle steckt in der Zwickmühle: Wie vorgehen, wenn man als Aussenminister Deutschlands einen Besuch in einem Land absolvieren soll, welches Homosexuelle verfolgt, foltert und ins Gefängnis steckt, wenn nicht gar an den Galgen hängt. Nun gab Westerwelle der Zeitschrift "Bunte" zu diesem Thema ein Interview.

In seiner Funktion als deutscher Vize-Kanzler, und vor allem als Aussenminister reist Guido Westerwelle viel durch die Welt - mit dabei teilweise auch sein Lebenspartner Michael Mronz. Doch wie soll sich der schwule Politiker verhalten, wenn es einem Land einen Besuch abzustatten gilt, in welchem Homosexualität unter Strafe steht? Eine Frage die nicht nur die Öffentlichkeit interessiert, sondern, die auch Westerwelle selber sehr beschäftigt. Gegenüber der Zeitschrift "Bunte" erklärte Westerwelle nun, dass er den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern wolle. Er wolle sich aber auch nicht unüberlegt verhalten, und damit das Gegenteil erreichen. Es sei klug Schritt für Schritt und sensibel vorzugehen. Aus diesem Grund wird Westerwelle seinen Partner künftig bei Reisen in Länder, in denen Homosexualität eine Straftat ist, nicht mehr mitnehmen.

Im Gespräch mit der "Bunte" erinnerte der Aussenminister auch daran, dass in mindestens 75 Staaten Homosexualität immer noch illegal und auch strafbar sei. In sieben Ländern drohe auf sexuelle Handlungen mit dem gleichen Geschlecht nach wie vor die Todesstrafe. Aber trotzdem fühle er sich durch seine sexuelle Neigung nicht in seinem Wirkungskreis eingeschränkt, fügte Guido Westerwelle hinzu. Diese Sorge hat er offenbar am Anfang seiner Amtszeit gehabt, doch dies habe sich als unbegründet herausgestellt. Es sei wichtig, dass wir unsere eigenen Massstäbe von Toleranz leben und uns nicht jene aneignen, welche teilweise weniger tolerant sind.

Mit seiner Entscheidung, dass Michael Mronz künftig bei Auslandsreisen in schwulenfeindliche Länder zuhause bleibt, wählt Guido Westerwelle sicherlich den einfacheren Weg: Sein Privatleben nimmt er damit aus dem Fokus und es wird nicht zu jenen Diskussionen kommen, welche ansonsten zu befürchten sind. Einen Gefallen macht er damit sicherlich auch seinen jeweiligen Gastgebern, die müssen nämlich ihr Protokoll nicht unnötig anpassen, oder Deutschland gar eine Absage erteilen.