(31.05.11/dom)
Die meisten Länder rund um den Globus sind toleranter
geworden in Bezug auf Homosexualität. Anhand einer
amerikanischen Studie soll die Schweiz gar das vierttoleranteste
Land der Welt sein, wenn es um Schwule, Lesben und Transgender
geht.
Für die Studie hat das Nationale Meinungsforschungszentrum
der Universität Chicago über dreissig Länder unter die Lupe
genommen, und dazu fünf Untersuchungen aus den Jahren 1988 bis
2008 beigezogen, welche in diversen Ländern erhoben wurden.
Daraus wurde ersichtlich, dass die Akzeptanz und die Toleranz
gegenüber Homosexualität in 27 der untersuchten Ländern
zugenommen hat, wie es im Bericht der Studie heisst. Nur in vier
Ländern, nämlich Zypern, Tschechien, Lettland und Russland, sei
eine Verschlechterung der Situation festgestellt worden. Über
alles gesehen, hat sich die Toleranz weltweit also verbessert.
Besonders überraschend ist, dass die amerikanische Studie
ausgerechnet die Schweiz auf Platz 4 der gegenüber
Homosexualität tolerantesten Ländern setzt. Direkt hinter den
Niederlanden, Dänemark und Norwegen. Dies überrascht deshalb, da
in der Schweiz weder die Gleichstellung der
gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit der Ehe eingeführt
wurde, noch haben die Schwulen und Lesben einen expliziten
Diskriminierungsschutz.
In der unteren Hälfte befinden sich sieben ehemals
sozialistische Staaten, sowie Länder in Ostasien und Südamerika,
wie auch Zypern, Südafrika und die Türkei. Länder in der
Karibik, im Nahen und Mittleren Osten, sowie in Afrika wurden
offenbar in der Studie nicht berücksichtigt.
Dass sich die Situation in Russland verschlechtert hat, zeigte
sich erst am vergangenen Samstag, als die nicht genehmigte
Moscow Gay Pride brutal von der Polizei aufgelöst wurde (gay.ch
berichtete). Im Weiteren, so heisst es in der Studie, habe die
Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in den Umfragen abgenommen. So
erklärten 1991 59 Prozent, dass Homosexualität falsch sei, im
Jahr 2008 waren es bereits 64 Prozent - eine Zunahme von fünf
Prozent also. |