(15.02.11/dom)
Der Valentinstag ist seinem Slogan "Tag der Liebe" mehr als
gerecht geworden - zumindest in der weissrussischen Hauptstadt
Minsk!
Erstmal überhaupt erlaubten die Behörden in Minsk eine
schwullesbische Kundgebung - bislang wurden diese nämlich stets
verboten. Und dass dies ein wichtiges und grosses Ereignis für
die weissrussische Metropole war und auch durchaus ernst
genommen wird, zeigt alleine schon die Tatsache, dass rund
zweimal so viele Journalisten vor Ort waren als tatsächlich an
der Kundgebung teilnehmende Schwule und Lesben.
Der Grund könnte aber beim Wetter liegen: So erklärte der der
Organisator und Vize-Präsident von "IDAHO Belarus", Sergey
Praded, dass sie sich für einmal nicht vor der Polizei oder den
homophoben Hooligans gefürchtet hätten, sondern vielmehr vor der
eisigen Kälte. In den vergangenen sechs Monaten hätten sie
Duzende von Formularen ausgefüllt, um die Protestaktion auf
legalem Weg möglich zu machen. Wie Praded weiter erklärte,
hätten sie sich auch die Gerichte gewandt, aber der stetige
Dialog mit den Behörden habe sich endlich ausbezahlt, wodurch
die Kundgebung zum Valentinstag schlussendlich offiziell
genehmigt wurde.
Die Teilnehmer forderten dabei einerseits ein Ende der weit
verbreiteten Homophobie in Weissrussland, und auch mehr Rechte
für gleichgeschlechtliche Paare. Die erste Veranstaltung war den
auch ein grosser Erfolg, heisst es seitens der Veranstalter. Es
sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft und es werde helfen,
noch mehr Leute für künftige Aktionen zu mobilisieren. |