(20.11.10/dom)
Am Mittwoch wird ein Buch erscheinen, und darin soll der
Papst eine historische Wende für die katholische Kirche
ankünden: Kondome sollen neu in begründeten Einzelfällen erlaubt
sein.
In einem Gespräch mit dem Publizisten Peter Seewald,
erklärte Papst Benedikt XVI, dass Kondome in begründeten
Einzelfällen erlaubt seien, etwa um die Ansteckungsgefahr mit
dem HI-Virus und anderen Geschlechtskrankheiten zu verringern.
Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer menschlicheren
Sexualität, soll der Papst im Gespräch verlauten lassen, welches
am Mittwoch in Buchform erscheinen wird. Etwa Prostituierte
könnten ein Kondom gebrauchen, heisst es weiter, um sich selber
vor Aids zu schützen. Die Verwendung von Präservativen sei
jedoch nicht moralische Lösung, erklärte das Oberhaupt der
katholischen Kirche weiter.
Noch im März, als der Papst Afrika besuchte, sprach er sich mit
Vehemenz gegen den Gebrauch von Kondomen auf. Weltweit wurde er
mit Kritik überhäuft, weil er predigte, dass man das
Aids-Problem nicht durch das Verteilen von Kondomen in den Griff
bekommen könne. Er führte damit die Praxis fort, welche schon
unter Papst Johannes Paul II. galt. Die Treue in der Ehe sei die
einzige Lösung um Aids auszurotten, erklärte auch er während
seiner Afrikareise 1993.
Das Buch wird am Mittwoch erscheinen und in 18 Sprachen
übersetzt. Es trägt den Titel "Licht der Welt". Dass die Worte
Papst Benedikt XVI. in dieser Form, also in Interviewform,
veröffentlicht werden, ist das erste Mal. |