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USA: Der Kampf des Ugander Joseph Bukombe um Asyl in den USA
family image(28.12.11/dom) Er ist schwul, kommt aus Uganda, war in den USA im Gefängnis, wurde nach Begleichung einer Kaution freigelassen und noch immer droht ihm die Ausschaffung zurück nach Uganda. Der Fall von Joseph Bukombe...

Wenn man bedenkt, was Joseph Bukombe alles durchmachen musste in seiner Heimat Uganda, wo Homosexualität mit hohen Haftstrafen belegt ist, und wo Schwule regelrecht verfolgt werden, dann ist klar, dass er sich wie im Paradies fühlen musste, als er vor rund acht Jahren als Musiker in die USA einreiste. Es ist auch mehr als verständlich, dass er sich gefürchtet hat davor, wieder zurück nach Uganda zu müssen. Aus diesem Grund tauchte er in San Diego unter, als sein zeitlich begrenztes Arbeitsvisum abgelaufen ist. Doch es war im Frühjahr 2010 als er in eine Polizeikontrolle geriet und wegen Trunkenheit am Steuer. Er habe gewusst, dass er noch fahren müsse, und er habe an der Geburtstagsparty daher aufgepasst, was er trinke. Doch er ass Jell-O, und er habe nicht gewusst, dass es da Alkohol drin hatte, erklärte Joseph Bukombe. Während der Kontrolle seiner Personalien fiel den Beamten auch auf, dass sein Visum abgelaufen ist, und so wurde er verhaftet.

Um sich gegen die Ausschaffung zu wehren, nahm sich Bukombe einen Anwalt, konnte diesen aber nicht bezahlen. Es folgte ein monatelanger Rechtsstreit, doch was Bukombe offenbar nicht wusste war, dass für ihn am Anfang des Prozess eine Kaution von 20'000 Dollar festgesetzt wurde. Irgendwie sind die Dokumente nicht bis zu ihm gelangt, doch als er das erfuhr, nach fast zwei Jahren in Haft, begannen seine Freunde für ihn Geld zu sammeln - und sie schafften es. Kurz vor Weihnachten konnte Joseph Bukombe das Gefängnis verlassen. Es sei wie ein Traum, der wahr wurde, erklärte er, als er das Gefängnis verlassen konnte.

Was wie ein Happy End klingt, ist leider nicht so erfreulich: Die US-Behörden halten weiterhin an der Ausschaffung fest. Man habe seinen Asylantrag mehrfach geprüft, doch das Gericht habe festgestellt, dass einem weiteren Aufenthalt in den USA die rechtliche Grundlage fehle. Grund dafür dürfte die Nichteinhaltung der Visaauflagen sein. Seine Freunde versuchen nun, dass sie auf politischem Weg erreichen können, dass Bukombe in den USA bleiben darf, denn dessen Aussichten auf ein Leben in Uganda sind alles andere als rosig. So erklärte Bukombe seinen amerikanischen Freunden, dass ein wütender Mob in Uganda einen seiner Freunde zu Tode geprügelt haben. Es sei sicher, wenn er zurück nach Uganda gehen müsse, dann werde auch er dort sterben...

Mehr zur gegenwärtigen Situation in Uganda gibts im gay.ch-Dossier: LINK