(30.09.10/dom)
Weil er von seinen Schulkollegen aufgrund seiner
Homosexualität gehänselt wurde, hat ein 13-jähriger Junge in den
USA einen Selbstmordversuch unternommen - nun ist er an den
Folgen gestorben. Es ist bereits der dritte Fall alleine im
September, der die Öffentlichkeit erschüttert!
Innerhalb von nur einem Monat sind in den USA drei Fälle
öffentlich bekannt geworden, bei denen Jugendliche sich das
Leben genommen haben, weil sie aufgrund ihrer Homosexualität
schikaniert und gar bedroht wurden. Am Mittwoch verstarb nun
auch Seth Walsh, welcher vor rund zehn Tagen versuchte
Selbstmord zu begehen. Der 13-jährige Junge wurde im Hinterhof
seines Hauses in Tehachapi im US-Bundesstaat Kalifornien
bewusstlos aufgefunden. Seine Atmung hatte bereits ausgesetzt,
da er sich versuchte an einem Baum zu erhängen. Er konnte von
den herbeigerufenen Ärzten reanimiert werden und per
Hubschrauber wurde Seth darauf ins Krankenhaus geflogen. Am
Mittwoch, zehn Tage nach dem Selbstmordversuch, haben die Eltern
eingewilligt, dass die lebenserhaltenden Massnahmen beendet
werden, da es keine Hoffnung mehr gab, das Leben des Jungen zu
retten.
Seit seinem Outing in der Schule wurde Seth Walsh ständig von
seinen Mitschülern gehänselt und gar bedroht. Beim Wechsel auf
eine andere Schule, konnte er bereits nach nur zwei Wochen nicht
mehr am Unterricht teilnehmen. Über die genauen Hintergründe von
damals ist noch nicht viel bekannt, aber es wird ebenfalls
Mobbing aufgrund seiner Homosexualität vermutet. Die
Schulleitung streitet jedoch vehement ab, dass es überhaupt zu
Schikanierungen und Bedrohungen gegenüber Seth Walsh gekommen
ist. Anders klingt es aber seitens der Familie: Die Grossmutter,
Judy Welsh, erklärte in einer Lokalzeitung, dass sie hoffe, dass
die Gesellschaft mehr Toleranz für Menschen entwickle, welche
anders seien.
Es bleibt die Hoffung, dass die Behörden und auch die Politik
aus dem jüngsten Fall lernt und entsprechende Massnahmen
ergreift, um einerseits den Jugendlichen ein Outing zu
ermöglichen, und sie andererseits aber auch vor Diskriminierung,
Schikanierung und Bedrohungen zu schützten. Die Mitschüler,
welche Seth Walsh in den Tod getrieben haben, dürften wohl
straffrei bleiben, denn Hänseln ist nicht strafbar.
Der Tod von Seth Walsh ist bereits der dritte Selbstmord eines
schwulen Jugendlichen in den USA alleine im Monat September.
Ebenfalls weil er während Jahren schikaniert wurde, hat sich am
9. September in Greensburg, Indiana, der 15-jährige Billy Lucas
im Haus seiner Grossmutter erhängt. Am 23. September erschoss
sich zudem Asher Brown in Houston im US-Bundesstaat Texas
nachdem er von der Schule nach Hause kam. Der 13-Jährige wurde
von seinen Mitschülern ebenfalls schikaniert und bedroht, weil
er möglicherweise schwul sein könnte. Schon vor Monaten hat er
gegenüber den Eltern erklärt, dass er möglicherweise schwul sei,
und amMorgen bevor er sich umgebracht hat, outete er sich auch
bei seinen Eltern tatsächlich. Die Eltern von Asher Brown haben
sich mittlerweile an die Öffentlichkeit gewandt um die Behörden
zum Handeln aufzufordern (Video unten).
In der Zwischenzeit hat sich in
Houston ein weiterer Schüler aus dem selben Schulbezirk wie Asher gemeldet und erklärt, dass er ebenfalls gehänselt wurde,
weil er schwul sei. Er sei sogar schon verprügelt worden. Er
habe dann die Schulbehörden eingeschalten, doch die hätten ihn
nicht ernst genommen und rein gar nichts unternommen.
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