(10.06.11/dom)
Eine unheimliche Mordserie erschüttert derzeit Puerto Rico:
Auf der zu den USA gehörenden Insel sind alleine innerhalb 72
Stunden drei Leichen von LGBT-Puerto Ricanern aufgefunden
worden. In den vergangenen achtzehn Monaten sind es bereits
achtzehn Morde.
An der Ostküste von Puerto Rico, in der Nähe von Humacao,
wurde neben einer Autobahn die Leiche von Ramón Salgado
gefunden. Der 46-Jährige lebt in der Region und stand immer
offen zu seiner Homosexualität. Die Leiche von Salgado, so
heisst es in Berichten weiter, soll Schlag- und
Aufprallverletzungen aufweisen. Doch, dass es sich dabei um
einen Unfall handelt, will niemand so recht glauben, denn in den
vergangenen 72 Stunden ist es bereits die dritte Leiche eines
LGBT-Puerto Ricaners.
Erst am 6. Juni wurde die Leiche von Karlota Gómez Sánchez,
einer Transsexuellen, bei einer Strassenkreuzung im Viertel
Santurce in der Hauptstadt San Juan gefunden. Sie starb an
Schussverletzungen. Die Polizei meldete, dass sie die Leiche als
Carlos Alfredo Gómez Peña in Frauenkleidern identifiziert habe.
Pedro Julio Serrano von der "National Gay and Lesbian Task
Force" identifizierte das Opfer aber als Transsexuelle Karlota
Gómez Sánchez. Rund 48 Stunden zuvor, am 4. Juni, wurde in Ponce
zudem Alejandro Torres Torres erstochen aufgefunden.
Serrano zeigte sich ob der jüngsten Entwicklungen besorgt. In
den vergangenen 18 Monaten sind bereits rund 18 Hassverbrechen
in Puerto Rico passiert, darunter auch der Mord am schwulen
Teenager Jorge Steven López Mercado. Die Homophobie und
Transphobie habe sich massiv verstärkt. Die Schwulen, Lesben und
Transgender müssen ihre Stimme erheben um auf die zunehmende
Gewalt hinzuweisen und die Behörden zum Handeln zu bewegen.
Diese sollen bei jedem Gewaltverbrechen mit einem LGBT-Opfer
immer auch Hass als Motiv mituntersuchen. |