(12.05.11/dom)
Von den zehn grössten US-Metropolen ist Philadelphia die
letzte, in welcher noch nie ein Schwuler oder eine Lesbe in den
Stadtrat gewählt wurde - doch dies könnte sich nun ändern...
In den zehn bevölkerungsreichsten US-Millionenstädten wie
etwa San Francisco, Chicago, New York oder Los Angeles, wurden
bereits Schwule oder Lesben in den Stadtrat gewählt - eine
Ausnahme bildet einzig Philadelphia. Bei den kommenden,
parteiinternen Vorwahlen vom Dienstag, 17. Mai könnte sich dies
aber ändern. Die Organisation "Victory Fund" schickt nämlich
gleich zwei Kandidaten ins Rennen, eine Lesbe bei den Demokraten
und ein Schwuler bei den Republikanern.
Sherrie Cohen heisst die Kandidatin der Demokraten, welche sich
um einen der fünf Plätze bewirbt, welche ihrer Partei zur
Verfügung stehen. Ihre Chancen bei den richtigen Stadtratswahlen
dürfen denn auch nicht allzu schlecht sein, da bereits ihr Vater
ein Stadtrat war, und von dessen Popularität könnte sie
sicherlich profitieren. Die Anwältin hat sich durch ihren
Einsatz für im Sozialbereich einen Namen gemacht und wird sowohl
von "Victory Fund" und auch von "Equality Pennsylvania"
unterstützt.
Bei den Republikanern wird sich Malcolm Lazin bei den Vorwahlen
stellen. Führ ihn sehen die Chancen schwieriger aus, da die
Republikaner im Stadtrat von Philadelphia nur zwei Sitze inne
haben - wobei sich um diese beiden Sitze zudem auch andere
Parteien bewerben könnten. Lazin war Bundesstaatsanwalt und er
wurde durch den ".S. Attorney General's Distinguished Service
Award" geehrt. Einen Vorteil für ihn ist sicherlich, dass er von
zwei wichtigen Zeitungen - dem "Philadelphia Inquirer" und den
"Philadelphia Daily News" - unterstützt wird, zudem auch ihm "Victory
Fund" zur Seite.
"Victory Fund" wurde am 1. Mai 1991 als "Gay and Lesbian Victory
Fund" gegründet, und die Organisation hat es sich zur Aufgabe
gemacht, schwullesbische Kandidaten, egal welcher Partei, in
ihrem Wahlkampf zu unterstützen - auch finanziell. So können
direkt über die Website des "Victory Fund" Spenden an die
Kandidaten überwiesen werden. Auf diesem
Weg will die Organisation erreichen, dass die Anliegen der Schwulen, Lesben
und Transgender, und damit nicht zuletzt auch der
gleichgeschlechtlichen Paare, in der Politik prominenter
vertreten werden. |