(15.06.11/dom)
Die Erste Kammer des Parlaments des US-Bundesstaat New York
stimmte gestern deutlich für die Einführung der Ehe für
gleichgeschlechtliche Paare und damit für "Marriage Equality".
Die Debatte war
äusserst hitzig, geprägt von emotionalen, wie auch moralischen
Äusserungen, und sie dauerte mehrere Stunden. An deren Ende
sprachen sich die 150 Abgeordneten der Ersten Kammer des
Parlaments des US-Bundesstaats New York mit 80 zu 63 Stimmen für
den so genannten "Marriage Equality Act". Während sich im
Wesentlichen die Demokraten für den Gesetzesentwurf aussprachen,
so stellten sich die Mehrheit der Republikaner dagegen. Die
deutliche Annahme wurde von den Beobachtern erwartet.
Sehr eng und ungewiss ist der Ausgang der Abstimmung im Senat:
Dort wird praktisch zeitgleich über ein ähnliches Gesetz ab. Die
republikanischen Senatoren, welche die Mehrheit ausmachen,
debattierten gestern mehrer Stunden lang hinter verschlossenen
Türen. Sie kamen aber noch nicht zu einer Entscheidung, ob über
das Gesetz überhaupt bereits abgestimmt werden soll, heisst es
in einem Statement. Die Debatte wird heute fortgesetzt. Damit
verzögert sich der Abstimmungsprozess, doch es ist noch möglich,
dass es trotzdem heute oder morgen Freitag noch zur Abstimmung
kommen wird.
Bereits 2009 wurde ein ähnlicher Antrag bachab geschickt, doch
die Chancen stehen diesmal eindeutig besser, da einige
Demokraten wie auch Republikaner in der Zwischenzeit ihre
Positionen geändert haben. Der New Yorker Senat besteht aus 62
Mitgliedern, und bislang ist von 31 Senatoren bekannt, dass sie
sich offenbar für die Gleichstellung der Ehe aussprechen würden.
Damit fehlt noch eine Stimme für die Mehrheit. Es gibt noch ein
paar wenige Senatoren, welche sich noch nicht entschieden haben,
und diese dürften schlussendlich das Zünglein an der Waage
spielen, ob der "Marriage Equality Act" eingeführt wird. Die
kommenden Tage werden also äusserst spannend bleiben. Diverse
Schwulenorganisationen haben noch dazu aufgerufen, ihre
jeweiligen Senatoren anzurufen um sie aufzufordern für die
Gleichstellung zu stimmen. |