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USA: Obama/Clinton erhöhen den Druck für mehr LGBT-Rechte
family image(07.12.11/dom) Erwartet wurde eine Rede über die Menschenrechte im Allgemeinen, doch es kam anders: US-Aussenministerin Hillary Clinton lieferte am Dienstag vor den Vereinten Nationen in Genf eine historische Rede, welche sich vor allem um die Rechte der Schwulen und Lesben drehte. Damit wird deutlich, wie Barack Obama kurz zuvor bereits ankündigte, dass der Schutz der LGBT-Rights verstärkt in den Fokus der amerikanischen Aussenpolitik gerät. Allen schien die Rede aber offensichtlich nicht gefallen zu haben...

Aus Anlass zum Internationalen Tag der Menschenrechte vom Wochenende reiste US-Aussenministerin Hillary Clinton auch nach Genf um am Dienstag eine Rede vor den Vereinten Nationen zu halten. Während eigentlich eine Rede erwartet wurde, welche die Ziele der US-Aussenpolitik in Bezug auf die Menschenrechte absteckt und ausführt, lieferte Clinton eine Rede, welche als historisch zu bezeichnen ist. Während in der Vergangenheit die Rechte für Schwule, Lesben und Transgender zwar immer erwähnt wurden, so rückte Clinton diese Anliegen diesmal in den Fokus und sprach praktisch ausschliesslich über Gay Rights – und dies mit gut gewählten Worten und klaren Forderungen.

Man müsse bereit sein, sich in den anderen hineinzuversetzen, erklärte Hillary Clinton, und nur damit könne Fortschritt erzielt werden. Man müsse sich die Frage stellen, wie es denn wäre, wenn es ein Verbrechen wäre, jene Person zu lieben, die man nun mal liebe. Dies bedeute, dass man für etwas diskriminiert werde, welches man gar nicht ändern könne, fügte die Aussenministerin hinzu. Mit den USA hätten die Schwulen, Lesben und Transgender einen verbündeten, versicherte sie weiter, denn eine Minderheit könne von sich aus nie eine Mehrheit erreichen, welche es für den politischen Wandel brauche. Die LGBT-Community müsse Mitstreiter finden, wie damals der Kampf für Frauenrechte auch Männer benötigte, und der Kampf gegen Antisemitismus auch Personen anderen Glaubens.

Nur wenige Stunden zuvor wandte sich auch US-Präsident Barack Obama mit einer Absichtserklärung an die Öffentlichkeit. Damit rief er die amerikanischen Behörden und Einrichtungen im In- und Ausland zu mehr Einsatz gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Schwulen und Lesben auf. Er sei sehr besorgt über die Diskriminierung und die Gewalt gegen die LGBT-Community auf der ganzen Welt, erklärte Obama in seinem Schreiben. Ob durch Gesetze, welche das Schwul- respektive Lesbischsein verbieten, durch Gewalt gegen die Mitglieder der LGBT-Community, welche friedlich für ihre Rechte demonstrieren, oder durch das Ermorden von Frauen, Männern und gar Kindern aufgrund der blossen Vermutung ihrer sexuellen Orientierung. Auch Hillary Clinton nahm in ihrer Rede auf diese Erklärung Bezug und ergänzte, dass die US-Regierung einen weltweiten Equality-Fonds gegründet und mit drei Millionen US-Dollar ausgestattet haben, mit welchem jene unterstützt werden sollen, welche sich für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender einsetzen, und das teils unter widrigsten und gefährlichen Bedingungen. Diese Männer und Frauen seien äusserst mutig und würden Unterstützung benötigen.

Weiter kritisierte Hillary Clinton in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen auch jene Länder scharf, welche sich derzeit daran machen die Gesetze gegen Schwule, Lesben und Transgender zu verschärfen oder die Diskriminierungen offen zuzulassen. Zudem kündigten die USA auch an, dass sie, wie auch Grossbritannien (gay.ch berichtete), die Entwicklungshilfe auch von den Rechten für die LGBT-Community abhängig machen werden. Dabei nannte Clinton während ihrer Rede zwar keine Länder, doch es waren zahlreiche Vertreter afrikanischer und arabischer Staaten im Publikum, welche die USA auch schon direkt darauf angesprochen haben. Doch wie erwartet, scheint sie damit auch einen wunden Punkt bei zahlreichen Diplomaten getroffen zu haben. Viele Botschafter und weitere Diplomaten hätten sofort nach Clintons Rede den Saal mit steinerner Miene verlassen.

Hillary Clintons Rede vor den Vereinten Nationen in Genf:
 
Absichtserklärung von US-Präsident Barack Obama: