(19.11.10/dom)
Wie Senator Harry Reid verlauten liess, soll gleich nach
Thanksgiving über die "Don't Ask - Don't Tell" abgestimmt werden.
Es sei an der Zeit, dass dieses diskriminierende Gesetz
abschafft wird, damit alle Amerikaner die möchten, ihr Land auch
verteidigen können.
Senator Harry Reid aus dem US-Bundesstaat Nevada, ist der
Vorsitzende der Demokraten, also der Ratsmehrheit im Senat, und
mit der Ankündigung, dass er die Abstimmung über "Don't Ask -
Don't Tell" gleich nach Thanksgiving durchführen wird, also
während der "Lame Duck Session", löst er sein Wahlversprechen
ein. Die "Lame Duck Session" nennt sich die Übergangszeit direkt
nach den Wahlen, bis die neu gewählten Senatoren im Rat Einsitz
nehmen, und bis die abgewählten resp. zurückgetretenen
Mitglieder den Rat verlassen.
Ob bei der Abstimmung aber tatsächlich genügend
Stimmen vorhanden sind, welche DADT abschaffen möchten, ist noch
ungewiss. Es wird mit Sicherheit sehr eng werden. Verschiedenste
Republikaner, darunter auch der ehemalige
US-Präsidentschaftskandidat John McCain, haben bereits bekannt gegeben, dass
sie sich gegen eine Aufhebung wehren werden. Die Chancen, dass DADT aufgehoben wird, so schätzen verschiedenste Gay
Organisationen, ist jedoch trotzdem am grössten, wenn die Abstimmung während der
"Lame Duck Session" stattfinden wird.
Würde DADT fallen, könnten schwullesbische Angehörige der
amerikanischen Streitkräfte erstmals offen zu ihren Neigungen
stehen. Die Regelung war in diesem Jahr bereits schon einmal
kurz vor der Aufhebung, doch dann machte das
US-Verteidigungsministerium Druck auf die Politik, was zu einer
Verschiebung der Abstimmung im Senat führte (gay.ch berichtete).
Das Pentagon machte geltend, dass zuerst die Resultate einer
Studie über die Auswirkungen von schwullesbischen Soldaten auf
die Armee abgewartet werden sollen (gay.ch
berichtete).
Angekündigt waren diese Ergebnisse für den 1. Dezember, es wird
aber angenommen, dass die Studie kurz vor der Abstimmung im
Senat präsentiert wird. |