(12.01.11/dom)
Aus dem Westen nichts neues… Es gibt immer wieder
Vereinigungen, welche selbst aus grossen Dramen Profit zu
schlagen versuchen, jüngstes Beispiel ist das Attentat auf die
demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords in Arizona, sowie
die mysteriösen Verendung von tausenden von Vögeln in Arkansas.
Die haarsträubenden Theorien stammen einmal mehr von den
üblichen Verdächtigen…
Sie schaffen es immer wieder mit unglaublichen Behauptungen
gegen Schwule, Lesben und Transgender zu hetzten: Gemeint sind
damit die ultrakonservativen und fundamentalistischen
Kirchenvereinigungen in den USA. Die jüngsten Vorfälle in den
US-Bundesstaaten Arizona und Arkansas nahmen sie wieder zum
Anlass um mit mehr als fragwürdigen Theorien für ihre
Überzeugungen kundzugeben.
So war es etwa Cindy Jacobs von "Generals International Ministry",
welche im Fernsehen predigte, dass es kein Zufall sei, dass die
mysteriösen Todesfälle von Vögeln und Fischen gerade im
Bundesstaat Arkansas stattgefunden haben. Auch der Zeitpunkt
komme alles andere als überraschend: Immer wenn etwas gegen den
Willen Gottes geschehe, dann sende er ein Zeichen, und als
solches seien die Tiersterben zu interpretieren. Die schwarzen
Vögel seien nämlich nicht irgendwo vom Himmel gefallen, sondern
in und um die Ortschaft Beebe, und so heisst auch der aktuelle
Gouverneur von Arkansas. Weiter habe auch ein Gesetz seinen
Ursprung in diesem Bundesstaat, nämlich "Don't Ask - Don't Tell"
(DADT), welches erst kürzlich durch den Kongress und
US-Präsident Barack Obama abgeschafft wurde. Es war nämlich der
ehemalige Gouverneur von Arkansas, Bill Clinton, der später als
US-Präsident massgeblich an der Einführung dieses Gesetzes
beteiligt war und damit den Schwulen und Lesben den Zugang zu
den Streitkräften erstmals ermöglichte, auch wenn sie sich
aufgrund eines Kompromisses, eben durch DADT, nicht outen
durften. Es bestehe also durchaus ein Zusammenhang zwischen dem
Tiersterben und der Abschaffung von DADT, erklärte Cindy Jacobs
mit dieser fadenscheinigen Begründung.
Ähnlich an den Haaren herbeigezogen klingt die Begründung der
diesbezüglich alles andere als unbekannten "Westboro Baptist
Church" (WBC) und dessen Oberhaupt Fred Phelps in Bezug auf das
Attentat auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords in
Tuscon im US-Bundesstaat Arizona. So ist diese kirchliche
Vereinigung der Meinung, dass Gott den Attentäter geschickt
habe, um zu zeigen, dass er mit der Toleranz gegenüber Schwulen,
Lesben und Transgender nicht einverstanden sei. Der Hintergrund
von dieser Aussage ist, dass die auf die demokratische
Abgeordnete Gabrielle Giffords im US-Kongress für die Aufhebung
von DADT gestimmt hat und nach der Abstimmung via Twitter
verbreitete, dass sie sich freue, dass DADT der Vergangenheit
angehöre. Beim Attentat auf die Politikerin sind sechs Menschen
getötet worden, darunter auch ein 9-jähriges Mädchen. Giffords
selber wurde schwer verletzt und schwebte lange in Lebensgefahr.
Wie Fred Phelps in einer Videobotschaft weiter erklärte, wolle
er und seine Anhänger auch eine Mahnwache während der Beerdigung
der Opfer des Attentats in Tuscon organisieren. Diese
Protestaktionen sind jeweils von Hass geprägt und total gegen
Homosexuelle gerichtet. Aus diesem Grund haben die Behörden in
Arizona in einem Eilverfahren entschieden, dass die Mitglieder
der WBC eine Stunde vor bis eine Stunde nach dem Anlass nicht
näher als 300 Fuss an den Ort der Beerdigung heran dürfen. Man
wolle damit den Anwesenden die Möglichkeit geben in Frieden zu
trauern. Gleichzeitig wird eine Spendenaktion durchgeführt, mit
welcher Geld für ein Projekt gegen Gewalt im südlichen Arizona
gesammelt wird.
Fred Phelps machte schon mehrfach mit solchen Aktionen auf sich
aufmerksam: So demonstrierten er und seine Jünger unter anderem
auch schon bei einer Beerdigung eines schwulen Jugendlichen, der
einem Hassverbrechen aufgrund seiner Homosexualität zum Opfer
gefallen ist. Sie standen dabei mit "God Hates Fags" und
ähnlichen Schildern auf dem Friedhof und störten die
Bestattungszeremonie...
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