(25.07.11/dom)
Die Schwulen und Lesben in den USA hatten allen Grund zum
Feiern an diesem Wochenende - denn es wurde gleich in zweifacher
Hinsicht Geschichte geschrieben: Einerseits konnten
gleichgeschlechtliche Paare erstmals in New York offiziell und
gleichberechtigt heiraten, und zum Zweiten besiegelte die
US-Regierung das endgültige Ende von "Don't Ask - Don't Tell".
Während seinem Wahlkampf 2008 hat US-Präsident Barack Obama
den Schwulen und Lesben versprochen, dass er alles daran setzen
werde, um die unfaire Praxis von "Don't Ask - Don't Tell" zu
beenden. Nachdem im Herbst 2010 eine Bundesrichterin diese
Regelung für verfassungswidrig erklärte (gay.ch berichtete),
unterschrieb Obama schliesslich im kurz vor Jahresende 2010 ein
entsprechendes Aufhebungsgesetz um damit das Ende von DADT zu
besiegeln (gay.ch berichtete). Noch musste allerdings die
Militärführung ihr okay dazu geben, indem sie bestätigen, dass
die militärische Bereitschaft nicht unter der Gesetzesaufhebung
leiden würde.
Die Generäle liessen sich entsprechend Zeit um dies eingehend zu
prüfen, und am in der vergangenen Wochenende kam die offizielle
Bestätigung von der US-Army, der Navy und der US-Air Force.
Damit war der Weg frei, damit die US-Regierung und die
Streitkräfte, sprich, US-Präsident Barack Obama, der
Verteidigungsminister Leon Panetta, sowie Generalstabchef Mike
Millen DADT mit ihrer Unterschrift entgültig beenden konnten.
Nun startet eine 60-tägige Übergangsfrist, bis "Don't Ask -
Don't Tell" dann ab dem 20. September endgültig der Geschichte
angehört.
US-Präsident Barack Obama zeigte sich sichtlich erfreut nach dem
er die neue Richtlinie unterschrieben hat, und er erklärte in
einem Statement, dass sie heute den letzten grossen Schritt
getätigt haben, um dieses diskriminierende "Don't Ask - Don't
Tell"-Gesetz zu beenden, welche die militärische Bereitschaft
untermaure und die amerikanischen Prinzipien von Fairness und
Gleichheit verletze. Und weiter schrieb er, dass dem Militär
nicht mehr länger Talent und Fähigkeiten von patriotischen
Amerikanern vorenthalten werden, nur weil sie schwul oder
lesbisch seien.
Ab dem 20. September gehört "Don't Ask - Don't Tell" nach 17
Jahren definitiv der Vergangenheit an: Schwulen und Lesben wird
es ab dann ermöglicht, offen zu ihrer sexuellen Orientierung zu
stehen. Zuvor wurden sie mit sofortiger Wirkung aus den
Streitkräften entlassen, alsbald sie sich geoutet haben, und
damit wurden sie faktisch in die Arbeitslosigkeit entsandt. Seit
das Gesetz in Kraft getreten ist, wurden über 13'000
Armeeangehörige auf diese Weise gekündigt - und das noch bis im
Juni 2011 (gay.ch
berichtete). |