(20.09.11/dom)
Was für ein Hickhack mussten wir rund um dieses Gesetz
erleben: Doch der 20. September wird in die Geschichte eingehen
- "Don't Ask - Don't Tell" gehört ab diesem Datum offiziell der
Vergangenheit an, sprich, die US-Streitkräfte dürfen Schwule und
Lesben offiziell anstellen, und Schwule und Lesben dürfen sich
ab jetzt auch ohne Probleme zu bekommen, outen.
Es war 1993 als "Don't Ask - Don't Tell" (DADT) unter
US-Präsident Clinton als klassischer Kompromiss eingeführt
wurde. Damit war es Schwulen und Lesben zwar neu erlaubt bei den
Streitkräften zu dienen, doch, sie durften sich nicht öffentlich
zu ihrer Sexualität bekennen, und im Gegenzug wurden sie auch
nicht danach gefragt. Wer dagegen verstösst, der verliert seine
Arbeitsstelle, sprich, er wird in die Arbeitslosigkeit
entlassen. Rund 14'000 Schwule und Lesben wurden in den
vergangenen 18 Jahren, in welchen dieses Gesetz galt, auf diese
Weise entlassen. Im vergangenen Jahr nun, setzte US-Präsident
Barack Obama sein Versprechen um, und begann mit der Aufhebung
von DADT. Es war eine heftige Debatte, welche darauf folgte,
während die Demokraten für die Aufhebung waren, stellten sich
Teile der Republikaner dagegen. Es wurden Studien durchgeführt,
ob offen schwule respektive lesbische Armeeangehörige einen
Einfluss auf die Schlagfertigkeit der Streitkräfte haben, um
damit die Gegner zu überzeugen.
Schliesslich war es geschafft, sowohl der Senat wie auch das
Repräsentantenhaus stimmten der Aufhebung zu, und Barack Obama
unterschrieb das Gesetz noch vor Weihnachten 2011 (gay.ch
berichtete). Doch, damit
war das Gesetz zwar auf dem Papier aufgehoben, doch es gab eine
Übergangsfrist, welchen nun am 20. September endete. Bis dahin
war DADT immer noch in Kraft, und da die Streitkräfte diese Zeit
brauchten um sich auf die Aufhebung vorzubreiten. In den letzten
elf Monaten wurden so nochmals vier Personen entlassen, weil sie
sich öffentlich bei ihren Kollegen geoutet haben. Doch nun ist
endgültig Schluss mit dieser diskriminierenden Praxis: Don't Ask
- Don't Tell wird per 20. September endgültig aufgehoben.
In einem offiziellen Schreiben würdigt die Army die Aufhebung:
Seit über 236 Jahren sei die US-Army eine aussergewöhnliche
Kraft für das Gute in der Welt und man sei für diese Veränderung
gewappnet. Man erwarte, dass alle diese neuen Werte übernehmen,
vollkommen, fair und anhand der geltenden Richtlinien. Es sei
die Aufgabe aller, dass man sich gegenseitig mit Würde und
Respekt behandle, und man dabei die Ordnung und Disziplin
beibehalte. So wird dafür gesorgt, dass die US-Army ihre
Schlagkraft behalten wird.
Rund um "Don't Ask - Don't Tell" wurden in der Zeit der
Umsetzung auch zahlreiche Umfragen gemacht: So erklärten 78%
Prozent, dass sie sich schon bei mindestens jemanden in ihrer
Einheit geoutet haben, seit DADT mit Obamas Unterschrift
abgeschafft wurde, hätten sich zudem 38 Prozent mehreren
Personen anvertraut. Ob sie ihren Partner an einen Event der
Armee mitbringen dürften, erklärten 30 Prozent, dass sie das
definitiv machen würden. 29 Prozent sagten, sie würden es
wahrscheinlich machen. Während der Übergangsphase wurden
innerhalb der Streitkräfte zudem Kurse durchgeführt (gay.ch
berichtete), mit welchen die Änderungen und Richtlinien
erklärt werden, welche sich mit der Abschaffung von DADT
ergeben. So erklärten 84 Prozent, dass sie das Training für
professionell gehalten haben.
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