(25.03.11/dom)
Im vergangenen Jahr wurden 261 Armeeangehörige aus den
amerikanischen Streitkräften und von Homeland Security
entlassen, weil sie sich als schwul, respektive lesbisch geoutet
haben. Das macht nun insgesamt 13'686 Personen, welche seit der
Einführung von DADT im Jahr 1993 entlassen wurden.
Im vergangenen Jahr gingen die Wogen hoch rund um "Don't Ask
- Don't Tell": Das Verteidigungsministerium liess Studien
erarbeiten und auch im Senat wie auch im US-Repräsentantenhaus
wurde hitzig darüber diskutiert. Immer wieder schaltete sich
auch US-Präsident Barack Obama in die Debatte ein um für die
Abschafftung von DADT zu werben. Diese umstrittene Regel wurde
1993 unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt und
war ein klassischer Kompromiss. Während es zuvor Schwulen und
Lesben nicht erlaubt war, bei den US-Streitkräften zu dienen, so
wurde es durch DADT möglich, jedoch mit den Bedingungen, dass
sie sich nicht öffentlich outen, und dass sie im Gegenzug auch
von ihrem Arbeitgeber, eben dem Verteidigungsministerium nicht
nach ihrer sexuellen Orientierung gefragt werden. Solle jemand
gegen diese Regel verstossen, so wird er fristlos aus der Armee
ausgeschlossen, sprich, er verliert seinen Job und wird in die
Arbeitslosigkeit entlassen.
Im vergangenen Jahr haben nun sowohl der Senat wie auch das
US-Repräsentantenhaus für die Abschaffung von DADT gestimmt und
Präsident Barack Obama hat die geänderte Praxis kurz darauf
offiziell mit seiner Unterschrift abgesegnet (gay.ch
berichtete). Ganz abgeschafft, ist DADT allerdings noch nicht,
denn derzeit laufen Vorbereitungskurse um auch die Mitarbeiter
und Armeeangehörigen entsprechend über diese bevorstehenden
Änderungen aufzuklären (gay.ch berichtete). Es wird damit
gerechnet, dass DADT im kommenden August defintiv der Geschichte
angehören wird. Doch obwohl seit längerem bekannt war, dass DADT
wohl fallen wird, haben die Streitkräfte die Regel auch im
vergangenen Jahr rigoros angewandt. So wurden im Jahr 2010
insgesamt 250 durch das Verteidigungsministerium entlassen, und
zusätzlich 11 von Homeland Security. Damit ist die Zahl jener
Menschen, welche durch diese unfaire Politik ihrer Existenz
beraubt wurden auf bereits insgesamt 13'686 gestiegen -
zumindest nach offiziellen Angaben. Die Organisation "Servicemembers
United" erklärte nämlich, dass das Verteidigungsministerium
jeweils nicht vollständigen Zahlen veröffentlicht. Anhand der
Organisation soll die Zahl derzeit bei rund 14'316 liegen. |