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UN: Die UN verurteilt die Todesstrafe aufgrund der sexuellen Orientierung wieder
family image(22.12.10/dom) Es ist ein grosser Schritt, der am Dienstag am UN-Hauptsitz in New York beschlossen wurde: Die Vereinten Nationen verurteilen in der neusten Resolution wieder, wenn Schwule, Lesben oder Transgender aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zum Tode verurteilt. Dieser Passus war erst im vergangenen November auf Druck der arabischen und afrikanischen Nationen aus der Resolution gestrichen worden.

Am 16. November stimmten die Mitgliedsstaaten der UN mit 79 zu 70 Stimmen, bei 26 Enthaltungen, dass die Organisation die Todesstrafe aufgrund der sexuellen Orientierung nicht mehr als unzulässigen Grund verurteilt (gay.ch berichtete). Besonders die arabischen und auch die afrikanischen Staaten haben sich damals dafür eingesetzt. Dieser Umstand wurde in der Folge von zahlreichen Menschen- und Schwulenrechtsorganisationen massiv als gewaltiger Rückschritt verurteilt, besonders, weil dieser Passus in den vergangenen zehn Jahren explizit in der Resolution erwähnt war. Die UN würde damit die systematische Tötung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen tolerieren, argumentierten sie.

Auf Initiative der USA wurde dieser Passus über die sexuelle Orientierung nun am 21. Dezember noch einmal zur Abstimmung gebracht. Mit 93 zu 55 Stimmen, bei 27 Enthaltungen, war diesmal die Mehrheit der Staaten auf der Seiten der Schwulen, Lesben und Transgender. In der nachfolgenden Abstimmung wurde die neu ergänzte Fassung der Resolution schliesslich von 122 zu 0 Stimmen bei 59 Enthaltungen angenommen.

In ihren Voten erklärte etwa der Abgeordnete der Vereinten Arabischen Emirate, dass dieser kontroverse Passus keine gesetzliche Grundlage habe und dringend abzulehnen sei. Homosexuelle seien schwach und würden zu Diskriminierung geradezu einladen, deutete er in seinem Statement weiter an. Auch ein Vertreter der "African Group" erklärte, dass sie alarmiert seien. Die Wiederaufnahme dieses Passus sei ein systematischer Versuch um neue Gesetze zu schaffen. Das gesamte Gerüst der Menschenrechte würden dadurch aufs Spiel gesetzt, nur um politisch ein paar wenige Gewinne zu erzielen. Den Sprung von der Gegnerseite zu den Befürwortern machte Südafrika: Das Land, welches auch die so genannte Homo-Ehe eingeführt hat, stimmte diesmal dafür, dass der Passus der sexuellen Orientierung in die Resolution aufgenommen wird.

Obwohl die Resolution unverbindlich ist und keinen Einfluss auf die Gesetzgebung der einzelnen Länder hat, namentlich bei jenen Staaten, welche die Todesstrafe auf Homosexualität eingeführt haben, so zeigen sich die Menschenrechtsorganisationen trotzdem sehr erfreut über die jüngste Entwicklung. Von Seiten von "Human Rights Watch" heisst es etwa, dass Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung genauso bestraft werden müssen, wie jene aufgrund von Religion oder der Rasse.

Auch US-Präsident Barack Obama wandte sich nach der Abstimmung mit einer schriftlichen Stellungnahme an die Öffentlichkeit: Dies sei ein sehr wichtiger Moment im Kampf um Bürger- und Menschenrechte. Die Zeit sei gekommen, dass alle Nationen ihren Effort verstärken um der Diskriminierung und der Verfolgung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ein Ende zu bereiten. Auch US-Vizepräsidentin und Aussenministerin Hillary Rodham Clinton meldete sich zu Wort und erklärte, dass niemand für das umgebracht werden soll, was er ist. Es sei schade, dass immer noch viele Menschen auf der Welt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung umgebracht werden.