(26.01.12/dom)
Er ist einer der Aktivsten in der weltweiten
Schwulenbewegung und der Mitbegründer der Organisation “Outrage!”:
Gestern feierte Peter Tatchell seinen 60sten Geburtstag!
Von der britischen „Daily Mail“ als „schwuler Terrorist“
verschrien, waren es vor allem seine unkonventionellen
Aktionen, welche einerseits für Aufmerksamkeit sorgten, aber
andererseits auch viel in Bezug auf die Rechte für Schwule,
Lesben und Transgender bewirkten. Doch, diesen Ruf hat er längst
hinter sich, denn mit der Zeit wurde die enorme Wichtigkeit
seiner Arbeit auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen,
und so wurde er 2006, im krassen Kontrast zu den Schlagzeilen
von vor rund zehn Jahren, vom Magazin „New Statesman“ als einer der
„Helden unserer Zeit“ bezeichnet, und dies auf Platz 6 der
Auflistung.
Anfangs schlug der in Australien geborene Tatchell eine
Polit-Karriere ein, liess sich sogar für die Parlamentswahlen
aufstellen, doch verweigerte ihm der Parteipräsident die
Unterstützung, weil er für ausserparlamentarische Aktionen gegen
die damalige Regierung Thatcher sympathisierte. Immer mehr wurde
er darauf zum Fürsprecher für die Rechte der LGBTs und es war
schlussendlich im Jahr 1990, als er half die Aktionsgruppe „Outrage!“
mitzugründen. Seither hat er zahlreiche Projekte ins Leben
gerufen und mit viel Enthusiasmus begleitet, sei es die Equal
Love Campagne oder auch den Reggae Compassionate Act. Letzterer
richtet sich gegen die menschenfeindlichen Texte, welche im Dancehall und Reggae weitverbreitet sind.
Peter Tatchell ging dazu auf die Künstler der so genannten „Murder
Music“ zu, und forderte sie auf diesen Act zu unterzeichnen und
sich damit öffentlich zu bekennen, dass sie sich von Hasstexten,
vor allem gegen Schwule, Lesben und Transgender, distanzieren.
Damit erreichte Tatchell, dass viele Konzertveranstalter in
Europa heute eben diese Unterschrift verlangen, damit sie die
Künstler überhaupt für Konzerte buchen. Weiter haben andere
Musiker, welche sich weigern den Reggae Compassionate Act zu
unterschreiben, in gewissen Ländern gar Auftrittsverbote
erhalten, weil sie weiterhin öffentlich auf der Bühne
gegen Schwule hetzten und gar zu Mord gegen LGBTs aufrufen.
Dass Tatchell an vorderster Front für die Rechte der Schwulen,
Lesben und Transgender mitkämpft und dabei auch zu
ungewöhnlichen Mitteln greift, zeigen unter anderem die beiden
Aktionen gegen Robert Mugabe, den Staatspräsidenten von
Simbabwe. In den Jahren 1999 und 2001 war er vor Ort um ihn
persönlich festzunehmen, doch daran wurde er von den Bodyguards
gehindert und verletzt. Doch die Aktion sorgte für viele
Schlagzeilen und half so zumindest auf die Problematik der
LGBT-Rechte aufmerksam zu machen. Im Jahr 2007 war Peter
Tatchell zudem auch in Moskau an der Pride vor Ort, wo er von
Neonazis und Ultranationalisten verletzt wurde.
Um seine Arbeit noch breiter Abzustützen und die Wirkung zu
verstärken, gründete er die Peter Tatchell Foundation (LINK),
deren ehrenamtlicher Präsident er ist. Am 25. Januar feierte
Peter Tatchell seinen 60sten Geburtstag. Auch von Seiten gay.ch
ein grosses Happy Birthday und herzlichen Dank für den
unermüdlichen Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte und
insbesondere der Rechte für die LGBTs!
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