(28.01.11/dom)
Nun sind zwei weitere Urteile im homophoben Mordfall am
Londoner Trafalgar Square gesprochen worden: Die Beiden wurden
zu sechs beziehungsweise sieben Jahren Haft verurteilt. Damit
sind nun alle drei Täter verurteilt.
Der Mord an Ian Baynham im September 2009 war von äusserster
Brutalität und durch Homophobie motiviert. Um zusammen mit
seinem Partner Philip Brown in der Londoner Innenstadt in den
Ausgang zu gehen, nahm Baynham den Bus. Beim Trafalgar Square
wurde er aber von einer Gruppe bestehend aus drei betrunkenen
Jugendlichen angegriffen. Eine junge Frau namens Ruby Thomas
betitelte ihn erst als "Scheiss Schwuchtel". Als Baynham sie
darauf ansprach kam es zu einem Handgemenge zwischen den Beiden.
Thomas habe begonnen mit ihrer Handtasche auf den Mann
einzuschlagen, worauf dieser die Handtasche festhielt um sie
aufzuhalten. Doch dann kam bereits Joel Alexander herbeigerannt.
Der 20-Jährige schlug derart auch Baynham ein, dass dieser zu
Boden ging. Darauf begann auch Ruby Thomas gegen das am Boden
liegende Opfer zu treten. Die Polizei fand bei ihr Blut von
Baynham an der Handtasche und an den Ballerinas, welche sie an
dieser Nacht trug. Dabei hätten sie immer wieder "Schwuchtel"
geschrien. Ian Baynham wurde nach der Tat mit schweren
Hirnverletzungen ins Krankenhaus gefahren. Achtzehn Tage nach
der Tat verstarb er dort auf der Intensivstation.
Vor Gericht versuchte der Ex-Freund von Ruby Thomas, Declan
Seavers, sie zu schützen indem er erkärte, dass Thomas nicht der
Typ dazu sei, eine solche Tat zu begehen. Der Richter hatte
jedoch kein Gehör dafür und erhöhte gar die geforderte Strafe
von sechs auf sieben Jahren. Als Begründung für die Erhöhung der
Strafe gab er den homophoben Hintergrund der Attacke an. Zudem
hat auch ihr Vorstrafen-Register dazu beigetragen: Im Dezember
2007, im Alter von 15, griff sie einen Busfahrer im Zentrum von
London an, ganz in der Nähe von dort, wo sie nun auch Ian
Baynham attackierte. Der Mittäter Joel Alexander wurde
seinerseits zu sechs Jahren Haft verurteilt. Beide, sowohl
Alexander, wie auch Thomas, wurden bereits im Dezember des
vergangenen Jahres der fahrlässigen Tötung für Schuldig
gesprochen. Die 18-jährige Rachael Burke, welche ebenfalls an
der Tat beteiligt gewesen war, wurde bereits während einem
früheren Prozess verurteilt. Sie wurde damals vom Vorwurf der
fahrlässigen Tötung freigesprochen, und "nur" aufgrund der
Schlägerei für schuldig befunden.
Verschiedenste Gay Organisationen in England haben die Erhöhung
der Strafe für Ruby Thomas aufgrund der durch Homophobie
begründeten Tat begrüsst. Das Risiko für weitere, solche
homophoben Attacken bleibe aber leider bestehen, wenn das
Schulsystem in Grossbritannien weiterhin darauf verzichtet
Homophobie in den Schulen zu thematisieren. |