(03.11.11/dom)
Schüler, welche von ihren Mitschülern aufgrund ihrer
Homosexualität gemobbt werden, wurden von den Lehrern
angewiesen, weniger "schwul" aufzutreten und sie sollen aufhören sich
anders anzuziehen.
Wenn sie nicht wollen, dass sie zum Ziel von Mobbing, sprich
"Bullying", werden, sollen sie sich weniger schwul verhalten,
und sie sollen andere Frisuren tragen. Damit zogen Lehrer im
britischen Essex County, welche diesen tatsächlich ernst gemeinten Ratschlag
ihren Schülern weitergaben, den Zorn der LGBT Community auf
sich. Auch die Schüler zeigten wenig Verständnis dafür und
meldeten sich bei der Presse. Dies sei der einzige Ratschlag
gewesen, sonst hätten sich die Lehrer nicht um das Problem des
Bullying gekümmert, erklärten die Schüler. Teilweise sei sogar
Kritik an der sexuellen Neigung gefallen, melden die
Jugendlichen weiter.
Zahlreiche LGBT-Organisationen, welche sich mit dem Thema
Bullying auseinander setzen, meldeten sich darauf schockiert
über den Bericht. Es zeige deutlich, dass das Verständnis für
das Thema Bullying völlig fehle, und dass man auch nicht wisse,
wie man mit den Tätern umzugehen hat. Dass Lehrer nicht auf
dieses Problem aufmerksam machen und die gemobbten Schüler verteidigen, sei wirklich
unglaublich. Mit dieser Aufforderung werde von ihnen verlangt,
dass sie nicht sich selber sein dürfen, heisst es weiter.
Doch auch bei den Lehrern läuteten die Alarmglocken, und sie
beschweren sich öffentlich, dass sie in Bezug auf das
Bullying-Phänomen nie geschult worden seien. Und auch die
Schulbehörden erklärten, dass sie die Thematik sehr ernst nehmen
würden, und sie würden hoffen, dass alle Lehrer sich diesem
Problem annehmen und mit der nötigen Sensibilität Ratschläge
geben würden. Es seien Diskussionsrunden geplant, aus welchen dann auch
Arbeitsmaterialien für die Lehrer resultieren sollen. Das Thema Bullying soll zudem auch in der Lehrerausbildung intensiver
behandelt werden.
|