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AFRIKA: Länder wehren sich gegen UKs Premier
family image(02.11.11/dom) Nachdem der britische Premierminister David Cameron angekündigt hat, dass er die Entwicklungshilfe jener Staaten kürzen werde, welche Homosexualität bestrafen und LGBTs verfolgen, wehren sich nun die betroffenen Länder.

Grossbritannien sei eines jener Länder, welches am meisten Entwicklungshilfe leiste in der Welt, erklärte David Cameron, und er wolle damit auch erreichen, dass jene Länder, welche finanzielle Hilfe erhalten, sich auch für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen. Damit meint Cameron unter anderem auch, dass Homosexualität legalisiert werden soll, und dass LGBTs nicht verfolgt werden (gay.ch berichtete).  Er denke, dass man von den angesprochenen Ländern nicht über Nacht Änderungen erwarten könne, aber das sei eine Angelegenheit, welche sie vorwärts bringen wolle, fügte Cameron hinzu. Dies sei ein Punkt, der die Entwicklungshilfe Grossbritanniens beeinflusse, und es gab ein paar negative Beispiele und da mussten nun Taten folgen. Wie zu erwarten, liessen die von dieser Ankündigung betroffenen Länder in Afrika diese Drohungen nicht auf sich sitzen und sie meldeten sich nun ebenfalls zu Wort.

Sich einig sind sich die meisten Länder, dass diese Gesetze, welche Homosexualität als illegal erklären, nicht zuletzt eine Überlassenschaft der Briten selber sei, und damit haben die Länder nicht Unrecht. Es waren die Briten, welche zu Zeiten des Empire mit der Kolonisation auch die Gesetzgebung in jene Staaten trugen, und damit auch Homosexualität kriminalisierten. So ist die gleichgeschlechtliche Liebe noch heute in 41 der 54 Mitglieder des Commonwealth verboten. Während sich Länder wie Grossbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland aber längst von diesen diskriminierenden Gesetzen verabschiedet haben und teils Partnerschaftsgesetze und gar die gleichberechtigte Homo-Ehe einführten, sind andere Staaten stehen geblieben oder haben die Gesetzgebung gegen Homosexualität gar verschärft.

So heisst es etwa aus Uganda in einem ziemlich gehässigen Ton, dass David Cameron seine ex-koloniale Mentalität zeige und Uganda wie ein Kind behandle. Wie er sich vielleicht erinnern möge, sei Uganda ein souveräner Staat und sie seien müde davon, dass sie immer wieder belehrt würden. Wenn sie ihnen deswegen Geld wegnehmen würden, dann sei das halt so, erklärte John Nagenda, seines Zeichens der Berater des Präsidenten gegenüber der BBC weiter. Er zweifle daran, dass das Parlament in Uganda tatsächlich ein Gesetz einführen werde, welches die Todesstrafe für Homosexualität vorsehe (gay.ch berichtete - mehr zu Uganda: Dossier). Er denke, dass dieses Gesetz einen "natürlichen Tod" ereilen werde. Mit dieser ex-kolonialen Mentalität, in dem man sage, "wenn Du das machst, dann kürze ich Dir die Hilfe", werde man die Leute in Uganda aber vor den Kopf stossen, da man sie wie Kinder behandle, erklärte er weiter.

Es sei unglücklich, dass man Homosexualität mit der Entwicklungshilfe verknüpfe, heisst es aus Malawi. Die Parlamentssprecherin Patricia Kaliati fügte zudem hinzu, dass Homosexualität in Malawi nun mal illegal sei, und dabei unterstrich sie, dass dies nicht zuletzt ein Erbe der britischen Gesetzgebung sei. Von kirchlicher Seite heisst es zudem, dass die Aussagen von Premierminister David Cameron inakzeptable und provokativ seien. Sie seien sehr unzufrieden mit der britischen Position in Bezug auf Homosexualität.

Ebenfalls als inakzeptabel werden die Äusserungen Camerons in Ghana betitelt. Die Handels- und Industrieministerin, Hannah Tetteh, hielt in ihrem Statement fest, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht mit der afrikanischen Kultur vereinbart werden können, und dass keine noch so einschneidende Drohung aus Grossbritannien etwas daran ändern werde. Die westliche Welt habe kein Recht seine kulturellen und moralischen Ansichten Ghana aufzuzwingen, fügte sie nach Rücksprache mit ihren Presseverantwortlichen hinzu. Die Regierung in Ghana werde die nötigen Schritte zu gegebener Zeit selber unternehmen. Jede Gesellschaft habe ihre eigenen Normen und wisse am Besten, was gut für sie ist. In der westlichen Welt seien gleichgeschlechtliche Beziehungen und teilweise sogar die Homo-Ehe akzeptiert, in ihrer Gesellschaft sei das inakzeptabel, erklärte Tetteh weiter.

Wie Grossbritannien die Kürzung der Entwicklungshilfe künftig umsetzen will und welche Länder schlussendlich betroffen sind, ist noch nicht vollumfänglich klar.