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UGANDA: Das Gesetz bleibt unbehandelt
family image(13.05.11/dom) Heute wäre die letzte Möglichkeit in dieser Legislatur gewesen, in welcher sich das Parlament mit dem Anti-Gay-Gesetz hätte befassen können - doch es kam nicht dazu.

Ob wohl der anhaltend hohe Druck aus dem Ausland dafür verantwortlich war? Noch am Mittwoch hiess es, dass das Anti-Gay-Gesetz auf Freitag auf der Agenda stehen würde. Dies wäre gleichzeitig auch die letzte Möglichkeit, dass die derzeitigen Abgeordneten das Gesetz noch behandeln können, denn nun ist die Legisaltur zu Ende und die frischgewählten Abgeordneten werden ins Parlament einziehen. Dies ändert zwar nichts an der Tatsache, dass das Gesetz immer noch angenommen werden kann, doch es verschafft den Gegner zumindest wieder etwas mehr Zeit zum Handeln.

Wie es nun aus Uganda heisst, hat der Parlamentssprecher verkündet, dass keine Zeit mehr bleibe, um dieses Gesetz in dieser Session noch zu behandeln. Die Debatte und die Abstimmung über das Anti-Gay-Gesetz sei aufgeschoben worden und es gäbe kein Datum, an welchem das Gesetz ins Parlament zurückkehren werde. Doch leider gilt auch hier: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - das Gesetz ist nicht vom Tisch und könnte in der nächsten Session wieder auf die Agenda kommen...

Dossier zu den Vorfällen in Uganda: LINK
UGANDA/USA: US-Regierung schaltet sich erneut ein
(13.05.11/dom) Das US-Aussenministerium schaltet sich erneut in die Debatte um das Anti-Gay-Gesetz in Uganda ein und fordert in einem erneuten Appell, dass das geplante Gesetz gestoppt werden soll, da es aufgrund der Menschenrechte nicht umsetzbar sei.

Keine Abänderung [des geplanten Gesetzes] würde eine Einführung dieses abscheulichen Gesetzes rechtfertigen, erklärte der Sprecher des US-Aussenministeriums. Und er fügte an, dass Beide, sowohl US-Präsident Barack Obama, wie auch US-Aussenministerin Hillary Clinton öffentlich erklärt haben, dass das Gesetz mit den globalen Menschenrechtsstandards und -abmachungen nicht vereinbar sind. Die USA unterstütze die Menschenrechtsorganisationen in Uganda in deren Forderung, dass dieses Gesetz zurückgewiesen werden müsse. Die Vorgänge in Uganda werden von den USA wachsam verfolgt, erklärte der Sprecher weiter, und man sie in ständigem Kontakt mit den Führern der Bürgergesetzbewegung, wie auch mit Mitglieder der lokalen, schwullesbischen Community.

Auch die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" richtete erneut einen Aufruf an die Abgeordneten des Parlaments in Uganda. Neben dem Fakt, dass die Organisation die Kriminalisierung von Homosexualität generell verurteilt, äussert sie auch grosse Bedenken in Bezug auf die Handhabung dieses Gesetzes. Es könne zu falschen Anschuldigungen kommen, welche nur schwer zu beweisen sind. Im Weiteren stehe im Gesetz, dass der Verdacht auf homosexuelle Handlungen innerhalb von 24 Stunden der Polizei gemeldet müsse. Dies sei gerade bei jenen Berufen schwierig, welche einer Schweigepflicht unterstehen, wie etwa Anwälte, Ärzte oder Rechtsberater. Auch kritisiert die Organisation, dass auch homosexuelle Handlungen, welche im Ausland gegangenen wurde, in Uganda bestraft werden können. Dies sei ebenfalls nicht umsetzbar und werde zu falschen Anschuldigungen kommen.

Am Freitag steht das Anti-Gay-Gesetz auf der Agenda im Parlament, und dann könnte es möglicherweise zur Abstimmung und damit zur endgültigen Einführung kommen. Dann drohen den LGBTs im Land Strafen bis hin zur Todesstrafe.

Dossier zu den Vorfällen in Uganda: LINK