(04.05.11/dom)
Er gilt als der einer der grössten Auszeichnungen der
internationalen Menschenrechtsbewegung, der Ennals Preis. Mit
dieser Auszeichnung wurde am Dienstag Kasha Jacqueline
Nabagesera in Genf geehrt.
Ihr Mut ist überragend, denn auch nach zahlreichen
gewalttätigen Übergriffen gibt Kasha Jacqueline Nabagesera nicht
auf, unerbitterlich für die Rechte der Schwulen, Lesben und
Transsexuellen in Uganda einzustehen und die grassierende
Homophobie im Lande anzuprangern. Sei es in Radiosendungen, auf
politischer Eben oder via ihrer Organanisation "Freedom and Roam
Uganda", deren Gründerin und Vorsitzende sie ist. Ihren Einsatz
unter widrigsten Umständen fand auch international Beachtung und
wurde nun mit der Vergabe des Ennals Preis honoriert.
Dieser Menschenrechtspreis wird jedes Jahr in Genf durch die
Martin Ennals Stiftung verliehen, welche nach dem ersten
Vorsitzenden von Amnesty International benannt wurde, und ist
mit 20'000 Schweizer Franken dotiert. Die Auszeichnung gilt als
wichtigster Preis der weltweiten Menschenrechtsbewegung, denn in
der Jury sitzen unter anderem Mitglieder von Amnesty
International und Human Rights Watch, den führenden
Menschenrechtsorganisationen, sowie die Internationale
Kommission der Juristen und Juristinnen. In der Laudatio wurde
Kasha Jacqueline Nabagesera dann auch als aussergewöhnliche Frau
mit besonderem Mut geehrt.
Die Auszeichnung kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn
Kasha Jacqueline Nabagesera braucht die weltweite Aufmerksakeit
mehr denn je. Die Lage in Uganda hat sich in den vergangenen
Monaten wieder drastisch verschärft, denn die Debatte über ein
Anti-Gay-Gesetz wurde erneut aufgenommen (gay.ch berichtete). Im
Januar diesen Jahres wurde zudem David Kato ermordert (gay.ch
berichtete), welcher mit Nabagesera in diversen Projekten
eng zusammengearbeitet hat. Er stand, wie im übrigen auch
Nabagesera selber, mit samt vollem Namen, Bild und Wohnadresse
auf einer Liste mit Homosexuellen, welche durch die Zeitung
"Rolling Stone" unter dem Titel "Erhängt sie" veröffentlicht
wurde (gay.ch berichtete). Seither haben auch die homophoben
Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Transgender stark
zugenommen. Nabagesera war zudem gezwungen mehrmals umzuziehen
um sich wenigstens ein bisschen schützen zu können.
Zum Dossier über "Uganda" mit einer chronologischen Auflistung
der Entwicklungen und Vorfälle in diesem Land:
LINK
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