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UGANDA: Anti-Gay-Gesetz steht wieder zur Debatte
family image(21.03.11/dom) Lange war es ruhig um das so genannte Anti-Gay-Gesetz in Uganda, welches die Strafe auf Homosexualität massiv erhöhen wird. Doch wer geglaubt hat, das Gesetz sei Geschichte, der hat sich getäuscht. Berichten zufolge soll die Debatte darüber bereits in der kommenden Woche wieder aufgenommen werden.

Im Interview mit gay.ch vor einer Woche in Genf bestätigte die lesbische Menschenrechtlerin Pepe Julian Onziema aus Uganda, dass es leider sehr gut möglich sei, dass es bald wieder vorbei sei mit der Ruhe rund um das "Anti-Gay-Gesetz". Und tatsächlich, ihre Befürchtungen haben sich bestätigt, und das international massiv bekämpfte Gesetz, welches die Strafen auf Homosexualität massiv erhöhen wird, kehrt wohl bald ins Parlament zurück.

Die Ruhe rund um das Gesetz hatte seinen Grund: In Uganda fanden Wahlen statt. Doch wie uns Pepe erklärte, befürchte sie, dass das Gesetz kurz bevor das frisch gewählte Parlament seine Arbeit aufnehmen werde, noch durchgeboxt werde. Dies scheint sich zu Bewahrheiten, denn angeblich soll das Gesetz in dieser Woche, in der die aktuellen Abgeordneten ihre Arbeit wieder aufnehmen, frisch diskutiert werden. Da die Bevölkerung mit grosser Mehrheit hinter dem "Anti-Gay-Gesetz" steht, ist die Chance gross, dass das Gesetz durchgewunken wird, die Politiker haben zudem Angst vor den möglichen Konsequenzen, wenn sie es ablehnen würden. Dieser Meinung ist auch Stephen Tashobya, der Vorsitzendes des Komitees für Gesetzes- und Parlamentsangelegenheiten. Die Interessenvertreter hätten nun noch die Möglichkeit, ihre Meinungen zu präsentieren, danach würde nochmals eine Parlamentsdebatte stattfinden, und es bestehe die Möglichkeit, dass noch vor dem Ende der 8. Legislaturperiode über das Gesetz abgestimmt werden kann.

Die erste Debatte über das Gesetz, welches 2009 eingereicht und im vergangenen Jahr diskutiert wurde, sorgte international für hohe Wellen. Selbst US-Präsident Barack Obama mischte sich in einer Rede ein, und US-Aussenministerin Hillary Clinton rief den ugandischen Präsident Yoweri Museveni an, um zu versuchen, dass Gesetz zu verhindern (gay.ch berichtete). Mit dem neuen Gesetz würden die Strafen auf Homosexualität massiv verschärft. So würde homosexuellen HIV-Positiven neu gar die Todesstrafe drohen, sofern das Gesetz tatsächlich eingeführt würde (gay.ch berichtete).

Ein ausführliches Interview mit der lesbischen Menschenrechtlerin Pepe Julian Onziema kannst Du in der Anfangs April erscheinenden Ausgabe des gay.ch-Magazins mit dem Titel "Around The World" nachlesen.