(31.10.11/dom)
Die Pride in der taiwanesischen Hauptstadt Taipei war ein
voller Erfolg: Rund 50'000 Teilnehmer marschierten durch die
Strassen um gegen Diskriminierung zu protestieren.
Es war wohl vor allem aufgrund der jüngsten Debatten rund um
Homosexualität, welche zu dieser massiven Teilnahme an der Gay
Pride in Tapei führten. Durch einen Fehler in einem Spital
steckten sich fünf Menschen bei einer Organtransplantation mit
dem HI-Virus an. Die Organe stammten von Homosexuellen und daher
kam es kürzlich zu einer hitzigen Diskussion rund um
Homosexualität. So wurden nach dem Vorfall Stimmen laut, welche
Homosexuelle von der Organ- und der Blutspende ausschliessen
wollen. Vielfach liefen die Diskussionen darauf hinaus, dass
Aids mit Homosexualität gleichgestellt wurde, was verschiedenste
LGBT- und Menschenrechtsorganisationen auf die Barrikaden rief.
Auch die Tatsache, dass ein älterer Politiker die
Präsidentschaftskandidatin Tsai Ing-wen aufforderte, ihre
sexuelle Orientierung nicht zu verraten, da es ihre Wahl zur
Präsidentin gefährden könnte.
Vermutlich aufgrund dieser öffentlichen Debatte lockte die Gay
Pride in diesem Jahr noch mehr Teilnehmer in die taiwanesische
Hauptstadt: Während im vergangenen Jahr rund 30'000 Menschen
durch Taipei zogen (gay.ch
berichtete), so waren es am vergangenen Samstag bereits rund
50'000. Damit ist die Taipei Pride - es war die bereits neunte
Ausgabe - die mit Abstand grösste Pride-Veranstaltung in ganz
Ostasien. Auch zahlreiche Touristen aus Japan, Südkorea oder
auch aus Malaysia, wo Homosexualität illegal ist, reisten extra
nach Taiwan um an der Pride teilzunehmen. Im Vergleich zu
anderen Nationen in Asien wird Taiwan immer mehr gay-friendly,
obwohl die Akzeptanz laut Umfragen noch unterhalb der Werte in
den USA und Europa liegen. |