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SLOWENIEN: Abstimmung über Stiefkindadoption
family image(29.12.11/dom) Die Opposition gegen das neue Familiengesetzbuch in Slowenien, welches im vergangenen Juni angenommen wurde, ist noch nicht abgeklungen: Nun soll die Bevölkerung unter anderem darüber abstimmen, ob die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt werden soll.

Der Widerstand seitens der konservativen Opposition war heftig, doch trotzdem hat das Parlament im vergangenen Juni das neue Familiengesetzbuch abgesegnet. Doch die Gegner liessen die Niederlage nicht auf sich beruhen und sie haben mittels einer Zivilinitiative ein Referendum angestrebt. Das Parlament versuchte dies zwar mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht zu verhindern, da sie glauben, dass eine Aufschiebung der Einführung oder gar eine Ablehnung des Gesetzes Folgen haben könnte, welche gegen die Verfassung verstossen. Das Gericht liess diese Argumentation jedoch nicht gelten, und mit fünf zu vier Stimmen erlaubten die Richter die Zivilinitiative mit dem Titel "Für Familie und für Kinderrechte", sprich, vermutlich bereits im März 2012 wird die Bevölkerung Sloweniens über das Familiengesetzbuch abstimmen. Von den nötigen 40'000 Unterschriften, konnten bislang 27'000 gesammelt werden - durch die Klage wurde die Unterschriftensammlung jedoch unterbrochen.

Im neuen Gesetz wird unter anderem der Schutz der Kinder verbessert. Ein Kinder-Ombudsmann soll eingeführt werden und die körperliche Bestrafung von Kindern soll gesetzlich verboten werden. Während diese Punkte von niemandem bestritten werden, so löste die Definition des Begriffs Familie und die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare eine ziemliche Kontroverse aus. Dies würde den Schwulen und Lesben die Möglichkeit, dass sie die leiblichen Kinder ihres Partners, respektive ihrer Partnerin adoptieren können.

Die katholische Kirche Sloweniens, sowie auch die konservative Opposition setzt sich stark für das Referendum und die Zivilinitiative ein. Das Justizministerium hingegen, zeigt sich nicht besonders zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts, da nun die Bevölkerung über die Rechte einer benachteiligten Minderheit bestimme, welche Opfer von Hassreden, rechtlicher Diskriminierung und sogar physischer Gewalt werden. Auch der Familienminister zeigte sich enttäuscht, er werde die Entscheidung aber akzeptieren.