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WEISSRUSSLAND: Wird die "Slavic Pride" verboten?
family image(14.05.10/dom) Die "Baltic Pride" in Litauen wurde erst in letzter Minute doch noch bewilligt, doch nun droht einer anderen Pride in Osteuropa das Aus: Der "Slavic Pride" in der weissrussischen Hauptstadt Minsk wurde die Genehmigung entzogen.

Es gab Ausschreitungen, Erzkonservative und Nationalisten riefen zur Gegendemonstration auf, und die Polizei musste mit Tränengas einschreiten: Dies waren Szenen vom vergangenen Wochenende an der "Baltic Pride" in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Nun droht einer weiteren Pride-Veranstaltung in Osteuropa das Aus.

Vor zwei Monaten haben die Veranstalter der "Slavic Pride" in Minsk bei der Stadt ein Gesuch um die Genehmigung des Events eingereicht. Nun haben die Organisatoren aber eine Absage von der Stadtverwaltung erhalten. Der Grund allerdings klingt sehr fadenscheinig: Im Gesetz über öffentliche Versammlungen sei unter Paragraph 9 geschrieben, dass diese nicht im Umkreis von 200 Metern von Fussgängerunterführungen oder U-Bahnstationen stattfinden dürfen.

Diese Begründung sei allerdings absurd, teilten die Veranstalter in einer ersten Stellungnahme mit. Die gleiche Route sei schon des öfteren bei Aufmärschen und Paraden benutzt worden, ohne das die Nähe zu U-Bahnstationen oder Unterführungen je eine Rolle gespielt habe.

Die Organisatoren denken aber nicht ans aufgeben. Sie schrieben einen Brief an den Präsidenten von Weissrussland, Alexander Lukaschenko, dass er sich für die Durchführung des Events einsetzen solle. Im Weiteren ziehen die Veranstalter auch vor Gericht, um gegen die Entscheidung der Stadtverwaltung Berufung einzulegen.

Für den 15. Mai, dem Tag an dem die "Slavic Pride" stattfinden soll, haben die Organisatoren zudem die Möglichkeit einer Demonstration vor der Stadtverwaltung ins Auge gefasst, falls die Parade nicht doch noch erlaubt würde. Die Zeit dürfte in jedem Fall eng werden, denn eine Entscheidung über die Durchführung der Veranstaltung soll erst am Abend vor der Pride fallen.

Homosexualität ist in Weissrussland zwar seit 1994 legal, doch noch immer unterdrückt die Regierung die Schwulen und Lesben. Aus diesem Grund ist es kaum anzunehmen, dass sich der Präsident oder die Regierung für die Durchführung der Pride einsetzen wird.