(16.11.11/dom)
Die Enttäuschung war gross, als der Nationalrat Ende
September entschieden hat, dass er auf die Petition des Vereins
Familienchance nicht eintreten will. Doch nun bekommt das
Anliegen, dass das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche
Paare gelockert werden soll, neuen Auftrieb – und zwar im
Ständerat.
Eine Motion soll nun an den Bundesrat weitergereicht werden,
dass er die gesetzlichen Vorgaben dahingehend ausarbeitet, dass
schwullesbischen Paaren der Weg zur Adoption geöffnet wird. Dies
hat die Rechtskommission des Ständesrats entschieden – und zwar
erfreulicherweise ohne eine Gegenstimme. Man wolle damit jener
Realität Rechnung tragen, wie sie es sie in der Gesellschaft
auch gelebt wird. Regenbogenfamilien seien eine Tatsache. Wenn
es nach dem Willen der Ständeratskommission geht, dann sollen in
Zukunft alle Erwachsenen ein Kind adoptieren dürfen, egal
welchen Zivilstand oder welche Lebensform sie für sich gewählt
haben.
Damit keimt nach der Ernüchterung wieder Hoffnung auf: Erst Ende
September hat sich der Nationalrat mit 97 zu 83 Stimmen, bei
acht Enthaltungen, gegen eine Petition gestellt, welche vom
Verein Familienchance eingereicht wurde (gay.ch berichtete).
Doch trotz dieser Neuentwicklung könnte die nun formulierte
Motion der Rechtskommission wiederum im Nationalrat scheitern.
Bevor der Bundesrat nämlich einen Gesetzesentwurf ausarbeiten
und danach vorlegen muss, müssen die beiden Kammern im Parlament
die Motion noch gutheissen.
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