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RUSSLAND: Erste offiziell genehmigte Gay Pride in St. Petersburg
family image(22.11.10/dom) Es war vor gut zwei Wochen, als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg Russland scharf kritisiert hat, weil die Behörden jeweils die Gay Pride verboten haben. Am vergangenen Samstag war es nun soweit: In St. Petersburg wurde die erste, offiziell genehmigte Demonstration von Schwulen und Lesben abgehalten.

Es ist ein Meilenstein für die Rechte der Schwulen und Lesben in Russland. Während etlichen Jahren wurden geplante Demonstrationen in Moskau und St. Petersburg jeweils durch die Behörden verboten. Darauf reichten die Veranstalter, darunter Nikolai Alekseev. Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein, da sie sich in ihren Menschenrechten eingeschränkt fühlen. Unter anderem sei ihre Meinungsfreiheit nicht gewährleistet. Die Richter sprachen ihnen vor rund zwei Wochen Recht zu, doch Russland hat bereits angekündigt, dass gegen das Urteil Berufung eingelegt werde, obwohl die Erfolgsaussichten als äusserst gering angesehen werden.

Als eine Art Schuldeingeständnis könnten auch die jüngsten Entwicklungen angesehen werden: Erstmals seit Organisatoren eine Gay Pride in Russland veranstalten wollen, wurde diese nun nicht verboten und so konnten die Schwulen und Lesben am vergangenen Samstag erstmals mit Genehmigung der Stadtregierung für ihre Rechte demonstrieren. Rund zwanzig Teilnehmer um Nikolai Alekseev waren es dann auch, welche sich getrauten und mit Schildern durch die Innenstadt zogen. Sie forderten unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte, Toleranz und mehr Rechte für sexuelle Minderheiten.

Dass es trotz der Bewilligung viel Mut braucht, derart Selbstbewusst durch die Strassen in St. Petersburg zu marschieren, bewies einmal mehr der Aufmarsch der Gegendemonstranten. In der Überzahl begannen die Ultrakonservativen und Nationalisten die Teilnehmer der Demonstration mit Eiern zu bewerfen und sie als Perverse zu beschimpfen, so dass die Polizei eingreifen musste. Für die Veranstalter war die Parade aber trotzdem ein Erfolg, denn erstmals hatten sie legal und von den Behörden genehmigt für ihre Rechte einstehen können…