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RUMÄNIEN: Erschreckende Verbreitung von diskriminierenden Vorurteilen
family image(14.12.10/dom) Der Landrat in Rumänien hat eine Studie in Auftrag gegeben um die bestehenden Diskriminierungen im Land zu untersuchen und um diese mit geeigneten Mitteln bekämpfen zu können. Die Resultate der Untersuchungen wurden nun präsentiert, und sie liefern ein erschreckendes Bild…

Eines gleich vorweg: Die Befragten wissen offenbar, wer in ihrem Land am meisten benachteiligt und diskriminiert wird, doch trotz dieser Tatsache, zeigen sich anscheinend kaum Bestrebungen oder Bemühungen, etwas dagegen zu unternehmen. So gaben siebzig der Prozent der Personen, welche an der Studie "Totem Communications" teilgenommen haben, an, dass Aids-Kranke in Rumänien die am meisten diskriminierte Bevölkerungsgruppe ist, 61 Prozent waren der Meinung, dass dies die Schwulen und Lesben sind, und sechzig Prozent sehen bei den Roma die am stärksten diskriminierten Einwohner Rumäniens.

Obwohl ihnen diese bisweilen offene Diskriminierung anscheinend bewusst ist, gaben 84 Prozent an, dass sie sich durch homosexuelle Avancen sehr gestört fühlen, schrecklich fänden es zudem 75 Prozent der Befragten, wenn sich jemand in ihrer Familie als homosexuell outen würde. Weiter gaben 55 Prozent an, dass sie sich in der Gegenwart von Schwulen und Lesben unwohl fühlen würden, und 56 Prozent erklärten, dass sie nicht mal mit ihnen essen gehen würden. Diese Ablehnung schlägt sich auch bei anderen Fragen durch: So würden 84 Prozent der Rumänen aus keinem Glas trinken, aus welchem zuvor ein Homosexueller oder ein Aids-Kranker getrunken hat.

Einen Schuldigen dafür, dass in Rumänien Diskriminierungen derart verbreitet sind, wollen die Befragten auch schon gefunden haben. So seien die führenden Politiker im Land ein wahres Vorbild für Intoleranz, heisst es laut der Studie weiter. 58 Prozent der befragten Rumänen gaben dazu an, dass der Präsident Traian Baecu höchstpersönlich an den Diskriminierungen im Lande Schuld ist. Dass die verschiedenen Parteichefs dafür verantwortlich sind, war die Meinung von rund 52 Prozent.

Wenn es um die Toleranz im eigenen Land geht, finden nur gerade einmal 34 Prozent, dass Rumänien als Nation tolerant ist. Als grosszügig und friedfertig sehen das Land sogar nur 26 Prozent. Mit dem EU-Beitritt sei Rumänien nicht toleranter geworden, erklärte zudem eine Mehrheit, 31 Prozent waren gar der Meinung, dass Diskriminierung und Intoleranz durch den Beitritt sogar noch verstärkt wurden.