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PORTUGAL: Erste Homo-Ehe geschlossen
family image(08.06.10/dom) Mit vier Jahren "Verspätung" konnten Teresa Pires und Helena Paixão in Portugal ihren langersehnten Traum in Erfüllung bringen: Die beiden Lesben konnten endlich heiraten!

Nun ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Erst vor wenigen Monaten kündete der sozialistische Premierminister, José Sócrates, an, dass er die Ehe für schwullesbische Paare einführen möchte. Im Februar diesen Jahres war es soweit: Das Parlament stimmte dem Antrag zu (gay.ch berichtete: Link 1, Link 2) und am 18. Mai unterschrieb nun auch der konservative Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva das Gesetz. Bis zuletzt war damals befürchtet worden, dass der Präsident die so genannte Homo-Ehe quasi noch auf der Zielgerade mit seinem Veto verhindern könnte. Cavaco Silva hielt nie mit seiner persönlichen Haltung zurück, dass er die Ehe für schwullesbische Paare eigentlich nicht wirklich unterstütze, auch stand er natürlich unter Druck von Seiten der Kirche und seiner konservativen Partei. Doch er unterschrieb das Gesetz schlussendlich trotzdem. Seit der Ratifizierung ist damit weniger als ein Monat vergangenen, bis nun am Montag mit Teresa Pires und Helena Paixão die offiziell erste Homo-Ehe in Lissabon geschlossen werden konnte.

Für Pires und Paixão ist diese Eheschliessung der Höhepunkt ihres Engagements für gleiche Rechte für schwullesbische Paare. Bereits im Jahr 2006 haben die beiden Frauen einen Antrag eingereicht um heiraten zu können. Dieser wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich sei. Darauf versuchten sich die Beiden dieses Recht über die Gerichte zu erkämpfen. Sie zogen vor das Verfassungsgericht mit dem Argument, dass die portugiesische Verfassung die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbiete. Das Gericht lehnte ihren Antrag allerdings ab. Doch dann griff die Mitte-Links-Regierung diese Thematik auf und unterstützte ein Gesetz, welches diese Diskriminierung beenden soll. Die Polemik um dieses Gesetz war, wie in den meisten Ländern, auch in Portugal enorm. So wollten die Gegner in diesem streng katholischen Land eine Volksabstimmung erzwingen und sie sammelten dafür rund 90'000 Unterschriften. Und auch Papst Benedikt XVI. mischte sich bei seinem Besuch in die Debatte ein, indem er sich überdeutlich gegen die Homo-Ehe aussprach. Doch der Widerstand nützte nicht und das Parlament und schlussendlich auch der Staatspräsident winkten das Gesetz durch.

Am vergangenen Montag war es nun endlich soweit: Teresa Pires (33) und Helena Paixão (40) konnten sich mit quasi vier Jahre Verspätung das Ja-Wort im Standesamt von Lissabon geben. Sie zeigten sich überglücklich, dass sie es endlich geschafft haben. Die Beiden haben zudem je eine Tochter aus früheren, heterosexuellen Ehen, die sie nun in ihre Familie mitbringen. Doch dies ist auch ein neuer Knackpunkt für Pires und Paixão: Sie wollen nun weiterkämpfen, damit auch das Adoptionsrecht, wie es etwa im Nachbarland Spanien bereits seit 2005 gilt, nun auch noch in Portugal eingeführt wird.