(14.06.11/dom)
Same procedure as every year: Auch in diesem Jahr gingen
neben den Pride-Teilnehmern wieder viele ultranationalistische und
rechtsradikale Gegendemonstranten in Warschau auf die Strasse.
Sie warfen unter anderem Feuerwerkskörper gegen die Schwulen und
Lesben und skandierten homophobe Sprüche.
Am vergangenen Samstag nahmen rund 3000 Schwule, Lesben und
ihre Familien und Freunde an der diesjährigen Pride in der
polnischen Hauptstadt Warschau teil. Sie forderten unter anderem
mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Paare, aber auch einen
umfassenden Diskriminierungsschutz, vor allem in Bezug auf
homophobe Aussagen und Beschimpfungen. Im Weiteren soll
Homosexualität auch in den Lehrplan der Schulen aufgenommen
werden.
Wie in jedem Jahr, so waren auch diesmal wieder
Gegendemonstranten vor Ort, welche die Pride lautstark störten,
indem sie homophobe Sprüche skandierten, und, sie warfen auch
Feuerwerkskörper in die Menschenmenge hinein. Neben den
Ultranationalen und den Rechtsradikalen, waren auch Mitglieder
der "All-Polish Youth" vor Ort, eine Jugendgruppe, welche
erzkonservative Familienwerte predigt. Die Zahl der
Gegendemonstranten hielt sich allerdings in Grenzen und war
jener der Pride-Teilnehmer deutlich unterlegen, zudem wurden sie
von den Polizisten abgeschirmt.
Die Pride-Parade begann beim Parlamentsgebäude mit dem Abspielen
der polnischen Nationalhyme. Wie die Organisatoren mitteilten,
wollten mit dieser Geste ihre Verbundheit mit Polen zeigen, dass
sie ebenfalls ein Teil Polens sind, und dass sie ihre Heimat
lieben. Der Palast der Kultur und der Wissenschaft wurde zudem
in den Regenbogenfarben beleuchtet. An der Parade nahm unter
anderem auch die grösste Oppositionspartei des Landes, die
Demokratische-Linke-Allianz teil, sowie auch der britische
Botschafter in Warschau, Rick Todd. Am Ende des rund
dreistündigen Umzugs wurden mit Konzerten bis in die Nacht
weitergefeiert.
Die Veranstalter zogen eine durchaus positive Bilanz für den
Anlass. Bis auch einige wenige Scharmützel sei es friedlich
geblieben und die Polizei musste kaum eingreifen. Es sei auch,
im Gegensatz zu den Vorjahren, zu keinen Verhaftungen gekommen.
Die grösseren Städte, wie Warschau und Krakau, hätten sich in
den vergangenen Jahren stark gewandelt und Homosexualität werde
mittlerweile vermehrt akzeptiert und toleriert.
In Warschau werden seit 2001 jährlich Gay Prides abgehalten, in
den Jahren 2004 und 2005 wurden sie allerdings durch den damals
regierenden Bürgermeister Lech Kacuynski verboten. Im
vergangenen Jahr fand in Warschau zudem erstmals eine EuroPride
in Polen statt. |