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CHINA: Zweite Gay Pride in Peking
family image(22.06.10/dom) Am vergangenen Samstag haben einige hundert Schwule und Lesben an der zweiten Gay Pride in Peking teilgenommen.

Obwohl es keine Parade im herkömmlichen Sinne gab, so fand das "Jing Pride Festival" doch schon zum zweiten Mal während einem ganzen Tag statt, und dies mit einem beachtlichen, kulturellen Angebot: Es gab Drag Queen Shows, Konzerte und weitere Live Performances. Die Bewilligung für diesen Event in der Langtung Thai Bar in Solana im Viertel Chaoyang erhielten die Veranstalter bereits im voraus - doch sie nutzen einen Trick. Sie hätten natürlich den Behörden nicht gesagt, dass es sich um eine "Gay Pride" handle, sondern, sie hätten die Veranstaltung als "Charity Show" angemeldet, erklärte einer der Organisatoren.

Es gibt Paraden in Europa, in den USA, in Hong Kong und in Shanghai - weshalb also nicht auch in Peking. Peking sei modern und kosmopolitisch, erklärte einer der Veranstalter gegenüber der Zeitung "Global Times". Damit die Pride in Peking allerdings zu einem Grossanlass wie in anderen Metropolen dieser Welt werden kann, fehlt die Unterstützung der lokalen Schwulen und Lesben noch zu stark. Dies zeigte sich auch an den Teilnehmenden des diesjährigen Festivals - es waren hauptsächlich in der Stadt wohnhafte Ausländer oder Touristen mit dabei. Das Problem lag aber offenbar auch an der Kommunikation: Viele Lesben hätten gar nicht mitbekommen, dass dieses Festival überhaupt organisiert wurde, nicht zuletzt, weil auch nur in englischer Sprache Werbung gemacht wurde.

Es ist in China stets eine Gratwanderung ob eine solche Gay Pride überhaupt stattfinden kann - zu schnell ist eine Bewilligung wieder entzogen, wenn es nach einem grösseren Event aussehen könnte. Zu spüren bekamen dies erst im Januar die Veranstalter der ersten Mister Gay China-Wahlen. Ihnen wurde die Bewilligung quasi in den letzten Stunden vor der Durchführung wieder entzogen.