(16.08.11/dom)
Es war so etwas wie ein historischer Tag: Am Sonntag
demonstrierten in Narayanghat, einer Stadt im Süden Nepals rund
500 Personen für mehr Rechte für Schwule, Lesben und Transgender.
Es war die erste solche Aktion ausserhalb der Hauptstadt
Katmandu.
In Nepal ist einiges in Bewegung derzeit, so bekommt das
Land nördlich von Indien eine neue Verfassung, und diese
Gelegenheit wollen die Schwulen, Lesben und Transgender gleich
nutzen damit ihnen gleich von Anfang an per Verfassung die
gleichen Rechte zugesprochen werden, wie sie die Heterosexuellen
mit einer Ehe erhalten. Um auf dieses Anliegen aufmerksam zu
machen, kam es an diesem Sonntag erstmals zu einer Kundgebung
fern der Hauptstadt Katmandu. Die rund 500 Teilnehmer liefen
durch die Stadt Narayanghat, rund 150 Kilometer südlich von
Katmandu, und sie brachten ihre Anliegen auf Transparenten oder
mittels Sprechchören zum Ausdruck, dazu wurde Musik gespielt und
getanzt.
Die Protestaktion fand an einem traditionellen, nepalesischen
Feiertag statt, an welchem Gaijatra's Tod gedacht wird. An
diesem Tag fand in den vergangenen Jahren jeweils auch in
Katmandu eine schwullesbische Kundgebung statt, doch diesmal
entschieden sich die Organisatoren, die "Pride" mal in einer
anderen Stadt zu veranstalten, um auch dort auf die Anliegen der
Gay Community aufmerksam zu machen. Mit von der Partie war
natürlich auch Sunil Pant, seines Zeichens
Parlamentsabgeordneter und Schwulenaktivist. Er erklärte in
einem Statement, dass ihre Anliegen in der Hauptstadt von den
meisten akzeptiert werden, und dass man diese Themen nun auch
aufs Land tragen müsse. In der Stadt würden sich immer mehr
getrauen, sich öffentlich zu outen, doch auf dem Land fürchten
sich immer noch viele davor, fügte er hinzu. |