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DEUTSCHLAND: Tochter des kubanischen Staatspräsidenten am CSD Hamburg
family image(27.07.10/dom) Der CSD in Hamburg vom 7. August kann einen hohen Gast vorweisen: Mariela Castro, die Tochter des kubanischen Staatspräsidenten Raúl Castro, wird in die Hansestadt reisen und an der Parade teilnehmen und auch über ihren Kampf für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender in Kuba erzählen.

In ihrer Heimat macht sie sich für die Schwulen, Lesben und Transgender stark, fordert Toleranz und Akzeptanz, und hilft auch an vorderster Front mit um Aufklärung zu betreiben. Oft auch gegen die Bevölkerung Kubas setzt sie zusammen mit ihrer Organisation, dem Nationalen Zentrum für sexuelle Aufklärung "CENESEX", wichtige Präventionsmassnahmen im Zusammenhang mit Aids und HIV um, und sie zeigt sich kämpferisch: Sexuelle Identität und Orientierung seien für sie ein Menschenrecht, erklärte Mariela Castro jüngst in ihrem ersten Interview in Deutschland.

Seit 2005 hat Mariela Castro auch ihren Kampf für die Rechte der Transsexuellen stark intensiviert. So reichte sie damals im kubanischen Parlament einen Gesetzesentwurf ein, nach welchem Kuba zum liberalsten Staat in Bezug auf Geschlechterangelegenheiten werden soll. Das Gesetz wurde schlussendlich im Juni 2008 angenommen. Damit erhalten Transsexuelle die geschlechtsangleichenden Operationen, sowie auch die Hormonersatztherapien künftig kostenlos vom staatlichen Gesundheitswesen bezahlt. Im Weiteren wurden auch die Prozesse massiv vereinfacht, durch welche Transsexuelle an ihre Personaldokumente mit dem neuen Geschlecht kommen.

Daneben ist die Kubanerin auch in zahlreichen weiteren Organisationen einsitzend: So ist sie Mitglied bei der "Aktionsgruppe zur Vorbeugung, Konfrontierung und Bekämpfung von Aids", Exekutivmitglied der "World Association for Sexual Health", sowie Präsidentin der "Nationalen Kommission für die Verfolgung der Störung der geschlechtlichen Identität". Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie zudem Vorsitzende der "Federación de Mujeres Cubanas", der kubanischen Frauenorganisation. Auch wendet sie sich immer wieder mittels Berichten und Büchern zu den Themen Sexualkunde und Gesellschaft an die Öffentlichkeit.

Mariela Castro ist in zweiter Ehe mit dem italienschen Fotografen Paolo Titolo verheiratet, und hat zwei Kinder. Aus ihrer ersten Ehe mit dem chilenischen Freiheitskämpfer Juan Gutiérrez Fischmann geht zudem ein Sohn hervor. Schon früh erhielt sie den Stempel als Rebellin innerhalb der Familie Castro aufgedrückt. So spielte sie in den 80ern unter anderem "oben-ohne" in Filmen mit, und mit ihrem heutigen Engagement für die sexuelle Freiheit der Bürger, eckt sie mit ihren Vorstellungen für Toleranz auch immer wieder bei Politik und bei der Bevölkerung an.

Während ihrem Besuch in Hamburg wird Mariela Castro am 7. August an der Parade zum Christopher Street Day teilnehmen. Vier Tage zuvor wird die 48-Jährige zudem im bekannten Schmidt Theater im Hamburger Stadtteil St. Pauli an einer Podiumsdiskussion mitmachen und dort auch ihre Arbeit und Projekte in Kuba vorstellen.

Website mit Hintergrundinformationen: www.cenesex.sld.cu (in spanisch)