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MALAYSIA: Schwuler will Regierung die Stirn bieten
family image(22.08.11/dom) Obwohl er von der malayischen Regierung massive Kritik geerntet hat, will ein Pastor seinen amerikanischen Freund in New York heiraten und in seiner Heimat eine Hochzeitsfeier organisieren - damit will er nicht zuletzt die Gay Community, welche durch die Regierung massiv unter Druck geraten ist, unterstützen.

Er lebt eigentlich seit 1998 mehrheitlich in den USA, doch, der Bezug zu seiner Heimat, dem muslimisch geprägten Malaysia, ist immer noch gross. Während er in den USA sein Schwulsein offen ausleben kann, würden ihm in Malaysia bis zu zwanzig Jahre Haft drohen. Kein Wunder also, dass Ouyang Wen Feng der Gay Community in seiner Heimat auch etwas von diesem Leben ermöglich möchte. Das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat eine Aussage des malayischen Ministers für Islamische Angelegenheiten, Jamil Khir Baharom. Dieser erklärte vor kurzem, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen eine Art von Extremismus sei.

Wie Ouyang nun mitteilt, plant er seinen Freund, einen afro-amerikanischen Musikproduzenten, welchen er 2009 kennen gelernt hat, noch in diesem Jahr in New York zu heiraten. Und, wie er weiter verriet, möchte er darauf im nächsten Jahr ein chinesisches Hochzeitsbankett in seiner ursprünglichen Heimat in der Hauptstadt Kuala Lumpur organisieren. Jamil Khir Baharom zeigte sich ob dieser Pläne und der Aufmerksamkeit, die Ouyang damit in Malaysia erhält, besorgt - notabene ein Land, welches sogar Songtexte oder Filme mit gayfriendly Inhalt verbietet. Er unterstütze die Menschenrechte, erklärte der Minister, doch solcher Extremismus, der es Männern erlaubt, andere Männer zu heiraten würden soziale Probleme auslösen. Auch die regierungsnahe Zeitung "Utusan Malaysia" forderte die Behörden in einem Bericht auf, etwas gegen die geplante Zeremonie zu unternehmen. Bislang hat Minister Jamil aber nicht verraten, ob er gegen die angekündigte Feier tatsächlich vorgehen wird.

Ouyang Wen Feng zeigte sich aufgrund dieser Opposition gegen sein Vorhaben enttäuscht. Es zerreisse ihm das Herz, wenn er höre, dass Politiker in seiner geliebten Heimat seine Liebe als unethisch und unmoralisch hinstellen, und dass sie ihn davon abhalten wollen, eine Hochzeitsfeier in Malaysia abzuhalten. Mit der Kritik startete er auch gleich einen Aufruf: Er forderte alle frei-denkenden Heteros auf, sich öffentlich für die LGBT Community auszusprechen und das Schweigen zu brechen.