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MALAYSIA: Strengere Gesetze gegen Homosexualität
family image(15.11.11/dom) Zuerst wurde bekannt, dass ein schwullesbisches Kunst- und Kulturfestival in Kuala Lumpur verboten wurde, nun nun kommt bereits die nächste Meldung aus Malaysia: Zwei Provinzen wollen die Strafen auf Homosexualität massiv verschärfen.

Bis zu 20 Jahre Haft drohen Schwulen, Lesben und Transgender im muslimisch geprägten Malaysia, doch mit den nun geplanten neuen Gesetzen in den beiden Provinzen Pahang und Malakka, bekämen die dortigen Behörden zusätzliche Möglichkeiten um Homosexuelle zu bestrafen. Wenn die neue Handhabung, so wie sie religiöse Führer in den beiden Provinzen fordern, durchkämen, dann könnten schwule Muslime einerseits nach dem Recht der jeweiligen Provinz, aber auch nach dem nationalen Recht bestraft werden. Da dann beide Urteile kombiniert werden könnten, würde dies zu massiv höheren Haftstrafen führen.

Wie ein Politexperte von der Monash University in Malaysia erklärte, deuten diese Entwicklungen auf eine wachsende Intoleranz gegen Homosexuelle hin. Die Ironie am Ganzen sei, dass die überwiegende Mehrheit der LGBTs im Land Malaysier seien, wenn man nun also mit dem Gesetz die sexuellen Minderheiten weiter bestrafe, dann würden sich diese Gesetze vor allem gegen die eigenen Leute richten.

Dem entgegnet allerdings einer der religiösen Führer aus der Provinz Malakka: Es würde so viele geben, die auf die Menschenrechte pochen und sogar Homosexualität zulassen würden, erklärte er, doch das gehe im Islam nicht. Dies entspreche nicht dem islamischen Recht, fügte er hinzu. Und er betonte noch, dass die neu geplanten Massnahmen nicht nur jene betreffen würden, welche die gleichgeschlechtliche Liebe tatsächlich praktizieren, sondern auch für jene gelte, welche sich für Homosexuelle und Homosexualität aussprechen und diese unterstützen. Die beiden Provinzen können ihre Gesetzgebung in Bezug auf Homosexualität individuell verschärfen und sie brauchen dazu auch keine Zustimmung von der malaysischen Regierung.

Erst vor wenigen Tagen musste in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ein schwullesbisches Kunst- und Kulturfestival, welches bereits seit einigen Jahren regelmässig stattfindet, abgesagt werden, nachdem die Behörden und die Polizei intervenierten (gay.ch berichtete).