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MALAYSIA: Schwullesbisches Kulturfestival abgesagt
family image(04.11.11/dom) Seit 2008 findet in Kuala Lumpur jeweils einmal im Jahr das "Sexual Independence"-Festival statt, doch in diesem Jahr gaben die Behörden der muslimischen Mehrheit des Landes nach und sie forderten die Veranstalter auf das schwullesbische Kulturfestival abzusagen.

Es scheint, als ob das Festival seinem eigenen Erfolg zum Opfer fallen könnte. Da der fünftägige Event eine immer grössere Aufmerksamkeit und auch Beliebtheit erreichte, wurden auch die Politiker und verschiedenste muslimische Organisationen verstärkt auf das "Sexual Independence"-Festival aufmerksam. Sie kündigten Proteste gegen das Festival an und forderten die Behörden auf, dass der Event verboten wird. Am Donnerstag kam nun die offizielle Mitteilung der Polizei an die Veranstalter, dass das Festival keine Erlaubnis erhalte und damit abgesagt sei. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen, darunter auch "Amnesty International" als Sponsor des Festivals, haben nun aber ihrerseits Proteste angekündigt.

Die Veranstalter erklärten, dass es endlich Zeit werde, dass all das Unverständnis und der Hass ein Ende findet. Doch davon wollen die Politiker, welche das Verbot unterstützen, offensichtlich nichts wissen. Bis hinauf in die höchsten Ämter sorgte das Festival bereits für Aufsehen. So erklärte der stellvertretende Premierminister Malaysias, Muhyiddin Yassin, laut der malayischen Nachrichtenagentur, dass das Festival unnötig und reine Zeitverschwendung sei. Dies und die Protestankündigung verschiedenster Organisationen waren dann wohl auch der Auslöser, dass die Polizei schlussendlich die Absage des Festivals beschloss.

Das "Sexual Independence"-Festival hätte eigentlich bereits am 9. November in einem privaten Kunstzentrum starten sollen. Unter dem Titel "Queer Without Fear" waren unter anderem auch Musikdarbietungen geplant. So hätten lokale Sänger und auch Drag Queens verschiedenste grosse Gay Hymnen singen sollen. Dazu wären auch Podiumsdiskussionen veranstaltet und eine Ausstellung mit Postern wäre gezeigt worden. In einem Make-up-Kurs hätten Drag Queens zudem Schminktipps erhalten, und eine weitere Ausstellung wäre unter dem Titel " Defense Against The Dark Arts: Homophobia 101" gestanden. Alle Darbietungen wären, wie auch bereits in den vergangenen Jahren, unter den strengen Augen der Behörden begutachtet worden. So wären etwa Songtexte oder Filme, welche die Akzeptanz gegenüber LGBTs promoten, zensuriert worden.

Das Festival stand von Anfang an auf sehr wackligen Beinen, ist Homosexualität doch im muslimisch geprägten Malaysia offiziell verboten und kann mit einer Haftstrafe von bis zu zwanzig Jahren bestraft werden. Dieses alte Gesetz wird jedoch nur noch selten angewandt, es sei denn, man kann etwa einen politischen Nutzen daraus ziehen. So wurde unlängst ein Oppositionsführer, der wohl zu viel Macht auf sich vereinen konnte, der Homosexualität beschuldigt, worauf er ins Gefängnis gesteckt wurde (gay.ch berichtete). Auch Elton John musste bereits negative Erfahrungen machen: So wurden für sein geplantes Konzert bereits Proteste angedroht, sofern er es nicht absagen werde (gay.ch berichtete).