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LITAUEN: Anti-Gay-Gesetz wird verbessert - zu deutsch: verschärft
family image(15.04.11/dom) Die Mehrheit der Mitglieder des Rechtsausschuss des Litauischen Parlaments haben am Mittwoch für eine so genannte "Verbesserung" der gesetzlichen Regelungen rund um Homosexualität gestimmt. In diesem Fall heisst "Verbesserung" allerdings die Erhöhung der Strafen in Bezug auf "Verbreitung der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Öffentlichkeit".

Bereits das bestehende Gesetz, welches die "öffentliche Propaganda von Homosexualität" unter Strafe stellt, wurde von der EU scharf kritisiert. Doch mit der Abstimmung im Parlament vom vergangenen Mittwoch erhält der Schöpfer dieses Gesetz, der Parlamentsabgeordnete Petras Gražulis, quasi einen Freipass um einen neuen, verschärften Entwurf des bestehenden Gesetzes auszuarbeiten. Ob die EU diesmal ihren Druck auf Litauen erhöhen wird, ist noch unklar. Der Präsident der litauischen Schwulen und Lesben-Organisation LGL, Vladimir Simonko, ruft nun die Europäische Kommission auf einzuschreiten, da sie helfen soll, die durch den Lissabonner Vertrag geschützten Rechte zu bewahren. Dieser Vertrag, ursprünglich auch EU-Grundlagenvertrag bzw. -Reformvertrag genannt, beinhaltet wesentliche Teile der EU-Verfassung, und auch die die Rechtsverbindlichkeit der EU-Grundrechtecharta. In dieser steht geschrieben, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden dürfe. Dieser Meinung ist auch LGL, dass bereits mit dem bestehenden Gesetz diese Grundrechtecharta nicht eingehalten wird - an welche sich Litauen als EU-Mitglied (seit 2004) eigentlich halten müsste.

Die Politiker erhalten jedoch Unterstütung von Seiten der Kirche, welche ebenfalls gegenüber Homosexuellen mobil machen. So hat Petras Gražulis bereits Briefe an die Oberhäupter der litauisch-katholischen, der russisch-orthodoxen und der evangelisch-lutherischen Kirchen geschrieben, um sie aufzufordern, sich ebenfalls öffentlich für den neuen Gesetzesentwurf stark zu machen. Die Ideologie der Homosexualität in einer solchen Form sei inakzeptabel für Gläubige, und widerspreche zudem dem Konzept der Familie und der Ehe zwischen Mann und Frau, schreibt Gražulis in diesem von 23 weiteren Abgeordneten unterzeichneten Brief weiter. Mit solchen Formulierungen soll nicht zuletzt auch die Bevölkerung gewonnen werden, dass sie den Druck auf die Politik erhöht, dass die Verschärfung in einer späteren Abstimmung im Parlament auch tatsächlich angenommen wird.