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KROATIEN: Über 150 Verhaftungen an der Pride in Split
family image(12.06.11/dom) Nur ein Tag nachdem die EU-Kommission einem Beitritt von Kroatien zur EU grünes Licht gab, kam es während der Gay Pride in Split zu massiven Ausschreitungen - über 150 Personen wurden verhaftet.

Es war alles andere als ein faires Gleichgewicht: 200 Teilnehmer der Gay Pride in Split standen rund 10'000 Gegendemonstranten gegenüber. In kroatische Küstenstadt, welche als Hochburg konservativer Nationalisten gilt, kam es bereits im Vorfeld der Parade zu ersten Auseinandersetzungen, sodass die Polizei eingreifen musste und rund mehrere duzend Personen festnahm. Es flogen Flaschen und Steine gegen die rund 200 Teilnehmer der Parade, wobei rund ein Duzend, darunter vier Journalisten, verletzt wurden. Bei den anschliessenden Ausschreitungen nahm die Polizei weitere 140 Personen fest.

Sowohl Amnesty International, wie auch der Journalistenverband Kroatiens verurteilten die Ausschreitungen aufs schärfste, und sie sparten auch nicht an Kritik an der Polizei, welche ihrer Meinung nach viel zu wenig unternommen habe um die Teilnehmer der LGBT-Parade zu schützen. Verurteilt wurden die Gewaltexzesse auch von der politischen Elite Kroatiens. Staatspräsident Ivo Josipovic erklärte, dass es traurig und beschämend sei, dass irgendeine Gruppe von Menschen solcher Gewalt und groben Angriffen ausgesetzt sei. Dies sei nicht das wahre Gesicht von Kroatien, fügte er hinzu. Auch die Regierungschefin Jadranka Kosor meldete sich zu Wort und erklärte, dass solche Gewalt in Kroatien nicht toleriert werde.