(28.07.11/dom)
Das Oberste Gericht in Kolumbien liess verlauten, dass die
Ehe in den nächsten zwei Jahren per Gerichtsbeschluss für
gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird, falls der Kongress
bis dahin dieses Ziel nicht politisch erreiche.
Gleicht der kolumbianische Kongress die rechtlichen
Ungerechtigkeiten für schwullesbische Paare nicht bis zum 20.
Juni 2013 aus, dann sei es den gleichgeschlechtlichen Paaren
offen, per Gericht oder auch per Notar zu erreichen, dass ihre
Partnerschaft offiziell anerkannt wird.
Die Meinung innerhalb der LGBT-Community in Kolumbien gehen ob
diesen Neuigkeiten jedoch auseinander. Einerseits zeigen sich
viele erfreut darüber, dass das Oberste Gericht für sie Partei
ergreift, und ihnen die Möglichkeit zuspricht, ihre
Partnerschaft in irgendeiner Form anerkennen zu lassen.
Gleichzeitig sind aber auch viele enttäuscht darüber, dass die
Richter die Umsetzung weiter verzögern, indem sie die
Verantwortung wieder zurück an den Kongress schicken. Vereint
war die Community aber in der Freude darüber, dass das Oberste
Gericht am Dienstag zudem geurteilt hat, dass schwullesbische
Paare ebenfalls den Status einer Familie haben.
Im Kongress von Kolumbien wurde schon sechs Mal ein
Gesetzesentwurf abgelehnt, welcher die Homo-Ehe anerkannt hätte.
Konservative Politiker und auch die Kirchen haben die Vorlagen
jeweils massiv bekämpft, und so ist es auch diesmal wieder. Dass
sich die Kirche derart ins politische Geschehen einmischt,
stösst besonders bei den Liberalen auf harsche Kritik. So
erklärte der Präsident der Partei, dass die Kirche die Kirche
sei, und politische Entscheidungen und die Rechte seien Themen,
welche nur die Politiker etwas angehen. Dieses Rechte würden sie
verteidigen, und es sei auch klar, dass die
gleichgeschlechtlichen Paare die Gleichberechtigung erhalten
müssen, fügte er hinzu.
Wie es Medienberichten zufolge weiter heisst, ist der Kongress
bei diesem Thema aber nach wie vor gespalten. Es wird wohl
erneut zu hitzig geführten Debatten kommen, und wer weiss,
vielleicht muss schlussendlich doch wieder das Oberste Gericht
Kolumbiens einschreiten und quasi ein Machtwort sprechen. |