(31.12.11/dom)
Die Oppositionspartei in Jamaika erreichte einen
Erdrutschsieg: Die ehemalige Premierministerin Portia Simpson
Miller - auch bekannt als "Sista P" - feiert damit ein
beachtliches Comeback! Noch kurz vor den Wahlen sprach sie sich
dafür aus, die Rechte der LGBTs zu achten und auszubauen.
Sie könne es sich gut vorstellen, auch Schwule und Lesben in
ihr Kabinett aufzunehmen, erklärte die frischgewählte
Premierministerin Portia Simpson Miller kurz vor ihrer Wahl (gay.ch
berichtete). Niemand soll aufgrund seiner sexuellen
Identität diskriminiert werden, fügte sie hinzu, und sie werde
ihre Minister anhand ihrer Fähigkeiten aussuchen, da spiele die
Neigung keine Rolle. Nun ist es soweit: Am Donnerstag wurde die
Nationale Volkspartei von Portia Simpson Miller zur Siegerin der
Wahlen erklärt, und zwar mit einem wahren Erdrutschsieg. Damit
weckt sie viele Hoffnungen - nicht zuletzt auch bei den
Schwulen, Lesben und Transgender im Lande, welche arg
diskriminiert und gar regelrecht verfolgt (gay.ch
berichtete) werden.
Dass Portia Simpson Miller bei den Wahlen gewonnen hat,
überrascht wenig. Die Bevölkerung auf Jamaika ist enttäuscht und
wütend auf die jüngsten Vorgänge in ihrem Land. Die Armut
breitete sich stark aus. Für die meisten Arbeitsnehmer liegt ein
eigenes Haus jenseits aller Möglichkeiten, die Stromkosten sind
ins unermessliche gestiegen, neue, vernünftig bezahlte Jobs sind
rar geworden und die Wasserverfolgung fällt immer wieder aus.
Diese Tatsachen haben dazu gefügt, dass die Wähler einen
Machtwechsel wollen und just jene Frau wiedergewählt haben,
welche bereits bis 2007 für anderthalb Jahre das Amt der
Premierministerin inne hatte. Sie war damals die erste Frau in
diesem Amt und konnte sich im Wahlkampf wieder gut als
Hoffnungsträgerin für die Armen positionieren. Ihre Partei
gewann 41 Sitze im Parlament, die jene des amtierenden Andrew
Holness kam auf 22 Sitze.
Im Wahlkampf zeigte sich Holness wenig konkret in Besuch auf die
Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender. Seine Position sei
geleitet durch die Bedürfnisse des Landes. Da Homophobie in
Jamaika stark verbreitet ist, war diese Aussage nicht besonders
erfreulich. Aus diesem Grund waren die Hoffnung der
LGBT-Community in Portia Simpson Miller umso grösser, auch wenn
sie ihr Versprechen erst noch umsetzen muss und während ihrer
ersten Amtszeit diesbezüglich nicht viel erreichen konnte.
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