(08.11.10/dom)
Nach dem neue Affären und homophobe Äusserungen rund um den
italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi an die
Öffentlichkeit kamen, hat sich der Ton in den Medien wie auch in
der Politik massiv verschärft. Berlusconi Gegner tragen T-Shirts
mit der Aufschrift "Besser schwul als pädophil!".
Es sei besser, schöne Frauen anzuschauen als schwule zu
sein, erklärte der italienische Ministerpräsident in der
vergangenen Woche, und mit dieser Äusserung sorgte er erneut für
enormen Wirbel. Und dies, obwohl er nach bekanntwerden seiner
jüngsten Sex-Eskapaden wohl besser bedient gewesen wäre, seine
Aussagen in der Öffentlichkeit besser zu hinterfragen. "Besser
schwul als pädophil!" liessen darauf seine politischen Gegner
auf T-Shirts zu drucken, um damit auf Berlusconis Affäre mit
einer noch Minderjährigen Bezug zu nehmen.
Gerade diese Äusserung von Berlusconi über Schwule hat auch
international für beachtliche Wellen gesorgt - auch bis nach
Hollywood. So erklärte etwa Schauspielerin Julianne Moore, als
sie ihren neusten Film in Rom vorstellte, dass diese Worte
archaisch und unglücklich gewählt worden seien. Es sei peinlich
auf diese Weise über die Homosexeullen zu sprechen, es sei
schlicht idiotisch.
Nun meldet sich auch der italienische Staatspräsident Napolitano
zu Wort: Er warnt vor einer verbalen Radikalisierung, und damit
scheint er nicht unrecht zu haben. Durch die jüngste
Regierungskrise unter Berlusconi wurde das Klima tatsächlich
rauer, und die verbale Schelte in den Medien hat sich stark
zugespitzt. Auch Innenminister Maroni goss Öl ins Feuer: Um
seinen "Chef" Berlusconi zu schützen, erklärte er Medienwirksam,
dass die Paketbombe aus Griechenland, welche an
Ministerpräsident Silvio Berlusconi adressiert war, ein Werk der
Linken in Italien gewesen sei, welche das politische Klima
vergiften würden. |