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FÄRÖER-INSELN: Diplomatische Verstimmungen wegen lesbischer Ministerpräsidentin
family image(08.09.10/dom) Weil die isländische Ministerpräsidentin zusammen mit ihrer Ehefrau bei einem Essen mit Spitzenpolitikern auf den Färöer-Inseln dabei sein wird, sagte nun ein Parteichef seine Teilnahme ab.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Nordatlantik-Staaten Island und Färöer-Inseln waren auch schon besser. Für die Verstimmungen gesorgt hat der Chef der färöischen, ultrakonservativen Zentrumspartei, Jenis av Rana, weil er die Teilnahme an einem gemeinsamen Nachtessen mit der isländischen Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir absagte, nachdem er erfahren hat, dass sie mit ihrer Ehefrau kommen wird. Vordergründig teilte der Politiker zwar offiziell mit, dass Terminkollisionen der Grund für seine Absage seien, doch bereits im Vorfeld des Staatsbesuch betitelte av Rana gegenüber "vagaportal" als Provokation, dass Sigurdardottir zusammen mit ihrer Ehefrau komme. Dies sei sicherlich nicht im Einklang mit der Bibel, so der Parteichef weiter.

Aufgrund der weltweiten Finanzkrise, welche Island dramatisch nahe an einen Staatsbankrott führte, wurde die damalige Regierung zum Rücktritt gezwungen. Die Sozialdemokratin Johanna Sigurdardottir übernahm das Amt der Ministerpräsidentin darauf zuerst interimistisch, und danach wurde sie auch noch an der Urne durch die Bevölkerung in ihrem Amt bestätigt. Sie war damit die erste, lesbische Ministerpräsidentin der Welt. Eines ihrer Wahlversprechen war es auch, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Als erstes Paar in Island hat dann Sigurdardottir ihre langjährige Lebenspartnerin, die Schauspielerin Jonina Leosdottir geheiratet. Für Sigurdardottir ist es bereits die zweite Ehe. Zuerst war sie mit einem Mann verheiratet, mit dem sie auch zwei inzwischen erwachsene Söhne hat.