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INDIEN: Auf der Jagd nach den Pink Rupien...
family image(04.07.11/dom) Immer mehr Firmen in Indien haben es auf die Schwulen als Zielgruppe abgesehen - bei geschätzten 45 Millionen LGBTs alleine in Indien ein äusserst lukrativer Markt also…

Es ist noch gar nicht lange her, erst im Juli 2009, als das Oberste Gericht in Delhi den Artikel 377 im Strafgesetzbuch aufhob und damit Homosexualität legalisierte. Seither hat sich einiges getan in der indischen Öffentlichkeit. Während Schwule, Lesben und Transgender vorher völlig ignoriert und ausgegrenzt wurden, so steigt die Akzeptanz besonders in den Grossstädten stetig an, und in New Delhi fand sogar bereits eine erste Gay Pride statt. Das Tabu rund um Homosexualität ist zwar nach wie vor enorm gross, doch immer mehr Inder wagen seither auch das Outing, und die LGBTs werden auch vermehrt in der Öffentlichkeit.

Diese Entwicklung ist auch den indischen Firmen nicht entgangenen: Wenn man im Ausland berechnete Studien für Indien anwendet, dann kann man mit rund 45 Millionen Schwulen und Lesben rechnen, welche gemeinsam rund 200 Milliarden Dollar verdienen. Dies ergibt ein enormes Potential, und deshalb überrascht es nicht, dass indische Firmen langsam aber sicher den "Pink Dollar" oder in diesem Fall, die "Pink Rupie" entdeckt haben. Es gibt aber auch neue Firmen, welche sich nur auf die LGBT Zielgruppe konzentrieren, so etwa ein Reiseveranstalter, aber auch einen e-Bookstore und sieben neue LGBT-Magazine.

Die Prognosen seien überaus vielversprechend, da das Einkommen gerade bei den Schwulen und Lesben rasant am steigen ist. Damit sei es der richtige Zeitpunkt um jetzt mit neuen Produkten und Dienstleistungen in Indien einzusteigen, schreibt ein Londoner Marktforschungsinstitut, welches sich auf LGBT-Marketing fokussiert. Bereits hat beispielsweise Levi's damit angefangen, etwa mit einer Kampagne, welche zwei Frauen zeigt. Ein indischer Butter-Hersteller lässt derweil sein Maskottchen Butterbrote an zwei Frauen verteilen und dazu steht geschrieben: "Out Of Closet, Out Of Fridge".

Auch Schwulen und Lesben, welche stolz mit ihrer sexuellen Neigung umgehen gibt es neue Möglichkeiten: So boomen derzeit unter anderem T-Shirts mit dem Aufdruck "Pink Sheep Of The Family" oder "Hann Hoo! Toh?" (übersetzt: "Yes I Am! So?".