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FINNLAND: Wieder Anschlag gegen Gay Community
family image(13.07.10/dom) Nach dem Tränengasangriff auf die Gay Pride vor wenigen Tagen (gay.ch berichtete), ist es in der finnischen Hauptstadt Helsinki erneut zu einem Anschlag auf eine schwullesbische Einrichtung gekommen.

Ziel des zweiten Anschlags innerhalb weniger Tage waren die Büros von SETA, der finnischen Lesben- und Schwulenvereinigung, in Helsinki. Wie bereits beim Tränengas- und Pfeffersprayangriff auf die Gay Pride, so könnten beim jetzigen Anschlag wiederum Verbindungen zur Neonazi-Szene möglich sein, doch ob wirklich ein Zusammenhang besteht ist noch unklar. Unbekannte haben nämlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Fenster des SETA-Büros eingeschlagen und die Türe mit einem Hakenkreuz beschmiert, schrieb die finnische Tageszeitung "Helsingin Sanomat".

Insbesondere Aussenminister Alexander Stubb, aber auch alle politischen Lager Finnlands verurteilten die Tat scharf. Einzig eine kleine, christdemokratische Partei, welche sich stark religiös ausgerichtet hat, zeigte Verständnis für die beiden Taten und ein Gemeinderat der Partei erklärte in einem Leserbrief, dass die Schwulen und Lesben, welche an der Parade teilgenommen hätten, selber schuld seien. Es handle sich um eine Provokation gegen die traditionellen Werte, erklärte er weiter, und die Teilnehmer sollten anstelle einer solchen Provokation besser die Werte der Mehrheit respektieren und die Kultur Finnlands unbehelligt lassen.

Während der Gay Pride in Helsinki wurden mehrere Teilnehmer, darunter auch Kinder, durch einen Tränengas- und Pfeffersprayangriff verletzt. Bislang konnte die Polizei drei Männer im Alter zwischen achtzehn und zwanzig Jahren festnehmen, welche offenbar Verbindungen zur nationalen Neonazi-Szene haben. Noch sucht die Polizei aber nach den möglichen Hintermännern des Angriffs.