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SCHWEIZ: Churer Bischof will keine schwullesbischen Gottesdienste mehr
family image(16.07.10/dom) Jeweils am Sonntag nach der Parade wurde der CSD - oder jetzt das Zurich Pride Festival - mit einem schwullesbischen Gottesdienst abgeschlossen: Nun verbietet der Churer Bischof die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche.

Als ob die Kirche nicht genügend andere Probleme in den eigenen Reihen hätte, so hat der Bischofsrat des Bistums Chur die Mitwirkung der römisch-katholischen Kirche an den mittlerweile traditionellen Pride-Gottesdiensten für Lesben, Schwule und Transgender verboten. Dies betrifft vor allem auch den Seelsorger Dr. Martin Stewen, der dadurch offenbar aus dem Organisationskomitee des Zurich Pride Festivals austreten muss.

Seit 2004 durfte jeweils am Sonntag nach der Parade ein ökumenischer Gottesdienst durchgeführt werden - mit der ideellen und finanziellen Unterstützung der reformierten, der römisch-katholischen und der christkatholischen Konfession. Doch nun wird aus Chur befohlen, dass sie die römisch-katholische Kirche im Kanton Zürich von diesem Engagement zurückziehen muss. Stossend ist das Verbot aus Chur unter anderem, weil der Synodalrat der katholischen Kirche den Gottesdienst zweimal in Folge unterstützt hat - und in seinem Unterstützungsentscheid explizit erwähnte, dass der frühere Weihbischof und Generalvikar Peter Henrici schon länger die Einrichtung einer Seelsorge für Schwule und Lesben gefordert hatte. Damit greift der Bischofsrat unter dem neuen Bischof Vitus Huonder die bisherige offene Praxis in Zürich an und macht sich mit mittelalterlich anmutenden Ansichten für die Ausgrenzung eines grossen Teils der Bevölkerung stark, schreibt die HAZ, Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich, in einer Medienmitteilung.

Sowohl die Organisatoren des Zurich Pride Festivals, wie auch die HAZ suchen nun das Gespräch mit Bischof Huonder, damit dieser seinen Entscheid rückgängig macht und damit die römisch-katholische Kirche des Kantons Zürich den ökumenischen Pride-Gottesdienst auch weiterhin unterstützen darf. Wie die HAZ zudem weiter schreibt, soll sich der Churer Bischof auch für seine offene Ausgrenzung entschuldigen.